Monatsarchiv Mai, 2008
Die peruanische Küche
Die peruanische Küche ist eine der vielseitigsten und dabei vielleicht auch gesündesten Küchen weltweit. Die heutige Esskultur des Andenstaates besitzt verschiedene Einflüsse aus den unterschiedlichsten Kulturen, was sie sehr interessant und abwechslungsreich macht. Neben verschiedenen Gerichten und Zutaten aus der traditionellen Inkaküche und europäischen Einflüssen aus der Kolonialzeit, wurden Elemente und Nahrungsmittel aus zahlreichen Esskulturen der verschiedenen Einwanderer übernommen. Am interessantesten sind hier wohl die Gerichte in den vielen Chifa Küchen, die es in jedem Teil des Landes gibt. Die peruanisch- chinesische Küche unterscheidet sich von dem chinesischen Essen das hier in Europa angeboten wird und gibt überall die Gelegenheit äußerst schmackhaft, gesund und sehr preiswert zu essen. Mittagsmenüs oder ein Abendgericht mit Getränk sind oft für 1,25 Euro zu bekommen, wobei die Portionen meist sehr üppig ausfallen.
Ob man nun an einem Essstand um die Ecke, in einer einfachen Kneipe oder in einem besseren Restaurant essen möchte, in Peru liegen die Preise weit unter dem europäischen Niveau. In guten Restaurants mit typischer Kost bekommt man oft ein Essen für zwei Personen für 6 bis 8 Euro, Getränke inbegriffen. In Arbeiterkneipen und einfacheren Restaurants gibt es das Menü des Tages sehr oft für 10 Soles (2,50 Euro) inklusive Hauptgericht, Vorsuppe, Nachtisch und Getränk.
Fast jedes Restaurant der einfacheren Kategorie bietet übrigens ein preiswertes Menü an und wenn es keinen Aushang gibt, lohnt es sich auf jeden Fall nachzufragen. Die Preise in Peru sind so günstig, das ich während meiner Rundreisen eigentlich immer dreimal am Tag Essen gehe, da sich selber Kochen in der Regel überhaupt nicht lohnt.
Frühstück gibt es vielerorts auch schon ab 1 Euro, neben Brötchen, Eiern und Kaffee, ist dabei auch fast immer ein frisch gepresster Saft mit enthalten. Je nachdem, wo man sich gerade befindet und je nachdem was gerade vorrätig ist, bekommt man für sein Geld Säfte aus Mangos, Erdbeeren, Himbeeren, Ananas, Papayas oder anderen exotischen Früchten – für mich eines der schönsten Vorzüge der peruanischen Küche, vor allem wenn man bedenkt, was man hierzulande für einen frisch gepressten Orangensaft bezahlt!
Bekannt ist die Küche Perus natürlich auch für seine Meerschweinchen, die in vielen Orten in den Restaurants serviert werden. Schon die Inkas hielten sich die Nager als Nutztiere und heute werden in Peru jährlich ca. 52 Millionen Meerschweinchen gegessen. Als typische Spezialitäten gelten sie hauptsächlich in vielen Andenregionen, aber auch an der Küste sind die „Cuyes“ sehr beliebt (bekannt sind die Meerschweinchen als Spezialität unter anderem in Chiclayo).
Cuy wird meist komplett, zusammen mit dem Kopf auf dem Teller angerichtet (ähnlich einem Spanferkel) und in den verschiedenen Regionen auf unterschiedlichste Art zubereitet. Im Hochland Perus, vor allem in Cusco und Arequipa, sollte man auf jeden Fall weitere typische Gerichte ausprobieren. Alpakafleisch wird dort oft als Braten serviert, äußerst lecker ist auch die überall angebotene frische Trucha, eine Forelle, die in allen erdenklichen Varianten angeboten wird und die in Peru sehr beliebten Anticuchos. Die Spieße mit dem Fleisch aus Rinderherzen kann man nicht nur in Restaurants genießen, sondern an fast jeder Ecke und jedem Essstand auf der Straße kaufen. Die Spieße ähneln dem russischen Schaschlik und haben einen unverwechselbaren und äußerst leckeren Geschmack. Kauft man Anticuchos an einem der vielen Straßengrills, bekommt man den Spieß in der Regel für einen Sol, also umgerechnet ca. 0,25 Euro.
Straßengrills und kleine Garküchen gibt es überall im Land und das Angebot ist sehr vielfältig. Von Empanadas mit unterschiedlichsten Füllungen, über Hamburger und gegrillte Maiskolben, einheimischen Spezialitäten mit Hähnchenfleisch bis hin zu süßen Teigwaren, Spritzgebäck und anderen Leckereien, bekommt man an den kleinen Verkaufsständen alles angeboten, was der hungrige Magen begehrt.
Das ungeschlagene Nationalgericht Perus ist natürlich der Ceviche, den man sonst nirgendwo so frisch und schmackhaft bekommt. Ceviche wird zwar auch in einigen anderen Ländern Südamerikas angeboten, leider ist er dort nur eine schlechte Kopie des peruanischen Gerichtes und schmeckt nirgendwo so gut wie hier. Das Gericht besteht aus rohen Fischstücken, die in Limettensaft mariniert werden und dann zusammen mit Zwiebeln und Kartoffeln, Mais oder Camote als Beilage in fast jedem Restaurant der Küste zu bekommen ist. Ein einmaliges kulinarisches Erlebnis, gegen über dem jedes Sushi fad und langweilig wirkt. Je nach Region gibt es Ceviche mit verschiedenen Fischsorten oder Meeresfrüchten und man sollte sich die Zeit nehmen, um so viele wie möglich zu kosten.
Taxis sind in ganz Südamerika, vor allem aber in Peru, Bolivien und Ecuador extrem billig und es lohnt sich fast nie auf ein anderes öffentliches Verkehrsmittel zu warten. Egal ob man vom örtlichen Busterminal zum Hotel fahren möchte oder es zum Einkaufen ins nächste Viertel geht, Taxis sind überall im Überfluss vorhanden und bringen einen günstig von A nach B. In manchen Stadtzentren sind weitaus mehr Taxis als normale Fahrzeuge auf den Straßen zu sehen und im Gegensatz zu europäischen Verhältnissen, muss man nie lange nach einem geeigneten und leeren Wagen Ausschau halten.
Wenn man viel mit dem Taxi in Südamerika unterwegs ist, sollte man allerdings einige wichtige Grundregeln beachten:
Mit Abstand am wichtigsten ist dabei, dass man den Fahrpreis vorher aushandelt und sich am Besten bei einem Einheimischen über die ortsüblichen Preise informiert. Egal welcher Preis vom Fahrer genannt wird, man sollte grundsätzlich versuchen diesen herunterzuhandeln! Wer als Tourist oder als „reicher“ Europäer erkannt wird, dem wird leider allzu schnell ein höherer Preis genannt und in den seltensten Fällen lassen sich die Fahrer nicht auf ein kleines Feilschen ein.
Pech hat man in großen Städten hauptsächlich in der Mittagszeit, wenn sich viele Einheimische zum Essen treffen und sich die Taxis über mangelnde Fahrgäste nicht beklagen können. Dann passiert es auch manchmal, dass eine Fahrt zu einem weiteren Ziel abgelehnt wird, da in der Mittagszeit viele Kurstrecken gefahren werden und diese am rentabelsten für den Fahrer sind.
Um sich vorher über die Fahrpreise in einzelnen Städten zu informieren hilft leider auch kein Reiseführer, denn die dortigen Preise haben sich oft aus durchschnittlichen Erfahrungswerten herausgebildet und sind meist viel zu teuer. Bei meinen ersten Aufenthalten in Südamerika musste ich feststellen, dass die Angaben in einigen bekannten und angeblich hoch aktuellen Reiseführern komplett danebenlagen. Also hilft als einziges Mittel nur das Nachfragen bei einer ortskundigen Person.
In der Regel kosten kurze bis mittlere Strecken innerhalb größerer Städte meistens zwischen 0,5 und 4 Euro.
Taxis die auf dem Gelände eines Busterminals oder Flughafens stehen, mussten vorher meist eine Gebühr bezahlen um dort auf Fahrgäste warten zu können, sind daher meist auch wesentlich teurer und es lohnt sich oft, eine paar Schritte außerhalb des eingezäunten Areals nach einem günstigeren Wagen Ausschau zu halten.
In manchen Gegenden Südamerikas sollte man während der Fahrt mit einem Taxi grundsätzlich vorsichtig sein, denn das Ausrauben von Fahrgästen kommt in manchen Gegenden häufiger vor. Vorsicht ist hier anscheinend vor allem in Arequipa und in einigen Städten Boliviens geboten.
In den letzten Jahren ist die Zahl solcher Vorkommnisse, gerade in den touristischen Gegenden, zwar stark zurückgegangen, aber man sollte doch auf einige Dinge achten. Früher war in einigen Ländern folgender Trick äußerst beliebt:
Wer sich einen Flug über den Atlantik leisten kann, um aus Europa nach Südamerika zu reisen, der ist für viele Menschen dort unten unvorstellbar reich. Man sollte daher auch etwas vorsichtiger sein und nicht unbedingt die teure umgehängte Digitalkamera präsentieren oder vielleicht sogar mit teurem oder teuer aussehendem Schmuck durch die Gegend spazieren und dies gilt natürlich auch in einem Taxi.
Passkopien für Reisen in Südamerika
Gerade wer durch Südamerika reist, sollte sich unbedingt zusätzliche Kopien seiner wichtigsten Unterlagen und Dokumente machen. Taschendiebstahl ist in fast allen Städten Lateinamerikas sehr häufig und kann schnell zum Verlust von wichtigen Papiere führen. Vor allem auf überfüllten Plätzen, auf Märkten und Busstationen ist Vorsicht geboten. Grundsätzlich sollten Sie keine Wertgegenstände im Rucksack oder umgehängten Taschen transportieren, sondern lieber direkt am Körper tragen. Anzuraten sind dabei enganliegende Taschen, die man am besten noch verschliessen kann und bei denen man einen Verlust sofort bemerkt.
Neben Kreditkarten bringt der Diebstahl oder der Verlust von Ausweisen und anderen wichtigen Dokumenten die größten Schwierigkeiten mit sich. Egal in welches südamerikanisches Land die Reise geht, Sie sollten sich auf jeden Fall eine beglaubigte Kopie Ihres Reisepasses besorgen und diese sicher im Hotel verwahren. Eine weitere einfache Absicherung besteht darin, sämtliche wichtige Papiere wie Flugtickets (wenn es kein übliches E-Ticket ist), Reisepässe und Unterlagen der Krankenversicherung einfach einzuscannen und sich diese an die eigene E-Mail Adresse zu schicken. Anschließend kann man sich die Unterlagen an jedem Rechner weltweit ausdrucken und hat notwendige Daten jederzeit griffbereit.
In den meisten Ländern muss bei der Ausreise ebenfalls der Abschnitt des ausgefüllten Einreisedokuments abgegeben werden. Hier ist ein Verlust nicht besonders tragisch, da man meistens gegen eine geringe Gebühr ungehindert ausreisen kann, aufbewahren sollte man den Abschnitt aber trotzdem sorgfältig, denn man erspart sich damit unnötige Formalitäten bei der Ausreise.


Letzt Kommentare