Monatsarchiv Juli, 2009
Australien eignet sich als Ort, um ein Auslandspraktikum zu machen, hervorragend, weil es zwei Vorzüge auf sich vereint: Zum einen ist es von Deutschland sehr weit weg und wirkt, obwohl es ein westlich geprägtes Land ist, immer noch vergleichsweise exotisch, was dazu führt, dass Personalverantwortliche ein Praktikum in Australien mit anderen Augen betrachten als ein Praktikum in, sagen wir mal, den USA oder dem westlichen Europa. Zum anderen ist die Absolvierung eines Praktikums dort mit vergleichsweise wenig Schwierigkeiten verbunden, eben weil Australien dem westlichen Kulturkreis angehört und die dortige und die deutsche Arbeitswelt vergleichsweise ähnlich sind.
Dennoch gibt es ein paar Unterschiede zwischen dem Arbeiten in Deutschland und dem in Australien. Sie sollen hier angesprochen werden.
Prinzipiell ist zu sagen, dass es am australischen Arbeitsplatz lockerer zugeht als am deutschen. Man kleidet sich legerer und spricht sich mit Vornamen an, darüber hinaus sind die Hierarchien flacher. Diese Lockerheit sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Australien durchaus hart, in vielerlei Hinsicht härter als in Deutschland gearbeitet wird. Die Zeiten, als in Australien die Gewerkschaften extrem stark waren und das Land einem Wohlfahrtsstaat skandinavischer Prägung ähnelte, sind vorbei. Australien hat so manches ziemlich magere Jahr durchmachen müssen, was zur Folge hatte, dass die Zügel in vielerlei Hinsicht angezogen wurden. Die Verhältnisse sind noch nicht so wie in Amerika, aber die Zeiten, wo es fast unmöglich war, entlassen zu werden und wo es hohe Krankenstände gab, sind ein für allemal vorbei. Australien ist – genauso wie Deutschland – den Folgen der Globalisierung ausgesetzt, und dementsprechend härter ist das Arbeitsleben geworden.
Was man allerdings immer noch sehr häufig findet, sind Leute, die ausbildungsfremd arbeiten. Man sollte sich also nicht wundern, wenn der Leiter der Marketingabteilung Politologe ist oder der Sachbearbeiter früher mal Maurer war. Das sehen die Australier nicht so genau. Ein Praktikum in Australien ist eine der besten Alternativen, möchte man ein Auslandspraktikum im englischsprachigen Raum absolvieren und dabei noch ein exotisches Land kennen lernen. Preislich ist ein Auslandsaufenthalt in Australien zwar deutlich teurer als beispielsweise ein Praktikum in Indonesien, man spart aber bei den Lebenshaltungskosten doch wesentlich im Vergleich zu den USA, wenn man den Aufenthalt entsprechend gestaltet.
Wenn die Mitarbeiter einer Personalabteilung eine Bewerbung bekommen und lesen, dass der Bewerber ein Auslandspraktikum absolviert hat, dann kommt immer wieder ein interessantes Phänomen zum Tragen: Je weiter weg das Land liegt, in dem der Bewerber war, desto mehr Aufmerksamkeit erregt das Praktikum. Zum Beispiel wird ein Praktikum in Vancouver, Kanada, als spannender empfunden als eines in Athen, obwohl letzteres, aufgrund von Sprache und Kultur, wahrscheinlich die größere Hürde darstellt. Aus diesen Fakten ergibt sich folgende Frage: Was ist das Land, das – aufgrund seiner geografischen Lage – besondere Aufmerksamkeit erregt, das aber gleichzeitig – in punkto Sprache, Kultur, etc. – eine möglichst geringe Hürde für den Praktikanten darstellt?
Die Antwort ist einfach: Neuseeland. Der kleine Nachbar von Australien liegt am Rande der Welt; kaum ein anderer – bewohnter Teil der Erde – liegt so weit weg von Deutschland wie dieser. Darüber hinaus nennt Neuseeland eine westlich geprägte Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung sein Eigen, die Landessprache ist Englisch, die neuseeländische Wirtschaft ist gut entwickelt und breit gefächert, so dass genug Praktikumsplätze zur Verfügung stehen. Ähnlich wie bei einem Praktikum auf Bali bietet das Land also eine ganze Menge an englischsprachigen Stellen für den Auslandsaufenthalt.
Was man auf jeden Fall tun sollte, wenn man sich zu einem Praktikum in Neuseeland entschließt, ist, den Aufenthalt mit einem Trip durch diesen Teil der Welt zu verbinden. Tatsache ist nämlich, dass der Flug von Deutschland hierher alles andere als billig ist; wenn man also schon mal hier ist, dann sollte man es sich nehmen lassen, Australien zu bereisen sowie einen Abstecher in die Südsee zu unternehmen („Islandhopping“, wie man im Englischen so schön sagt). Südseeurlaube sind – wenn man sie denn in Deutschland bucht – sehr teuer, in Neuseeland aber gibt es die Möglichkeit, weitaus preiswertere Buchungen vorzunehmen.
So einen Südseetrip sollte man in seiner Bewerbung auf jeden Fall erwähnen; mit Begriffen wie Vanuatu, Tonga oder Fidschi erregt man definitiv Aufmerksamkeit.
Alle Angebote für ein Praktikum im Ausland finden Sie in unserer Rubrik Praktikumsstellen.
Mehr Informationen über Neuseeland auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.


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