Arequipa – die Weiße Stadt

Wissenswertes über Arequipa

Arequipa ist mit mehr als 860.000 Einwohnern die zweit größte Stadt Perus. Doch im Gegensatz zu deutschen Großstädten wirkt es eher wie eine Kleinstadt, da es hier weder Hochhäuser noch eine beschauliche Fußgängerzone gibt. Hier bekommt man eher den Eindruck, dass jedes Viertel anstrebt eigenständig zu sein, sodass man Arequipa nicht als Großstadt sondern als große Stadt, bestehend aus vielen Kleinen wahrnimmt. Doch gerade die Gemütlichkeit einer Kleinstadt lässt diese riesige Stadt sehr anziehend wirken. Außerdem scheint in Arequipa fast 365 Tage im Jahr die Sonne. In diesem Jahr gab es bisher drei Regentage und es werden keine weiteren mehr erwartet. Auch die Temperatur verändert sich während des ganzen Jahres nur um wenige Grad Celsius. So bietet Arequipa mit einer Durchschnittstemperatur von ca. 22 Grad Celsius und einem immer blauen Himmel optimale Bedingungen für einen Aufenthalt. Viele nutzen diese Vorteile um sich an den Höhenunterschied zu gewöhnen, bevor sie von hier aus zu den zahlreichen umliegenden Bergen und Canyons aufbrechen. Arequipa liegt auf knapp 2300 Höhenmeter und ist somit gut geeignet, um mit einem mehrtägigen Aufenthalt der Höhenkrankheit vorzubeugen.
Da hier viele Landwirte und Industriearbeiter leben, hat Arequipa ein niedrigeres Preisniveau als Cuzco, das fast ausschließlich von Touristen lebt. So kann man in Arequipa preiswerter leben als in Cuzco.

Geschichte von Arequipa

Die Entstehungsgeschichte dieser Stadt wird von einigen Legenden begleitet. Der Name Arequipa ist angeblich entstanden, als Mayta Capac -der vierte König- vor vielen Jahrhunderten diesen Ort entdeckte und verkündete: „Ari, quipay“ – was übersetzt: „Lasst uns hier bleiben“ heißt. Nachdem die Spanier Peru eroberten, gründeten Sie 1540 diese Stadt neu. Nur 60 Jahre später wurde Arequipa jedoch durch Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüchen und Erdbeben dem Erdboden gleich gemacht. Und auch nach dem Wiederaufbau Arequipas wurden so immer wieder große Teile der Stadt zerstört. Die schwersten Erdbeben ereigneten sich 1687, 1868, 1958, 1960 und 2001.
Vor allem seit des Baus der Eisenbahnlinie zwischen Arequipa, Puno und Cuzco, entwickelte sich Arequipa immer mehr zur Handelsmetropole im südlichen Peru.
Den Beinamen „Ciudad Blanca“ (Weiße Stadt) verdankt Arequipa den zahlreichen Kolonialbauten in der Innenstadt, die von den Spaniern gebaut wurden. Hierfür wurde eine bestimmte Art Vulkangestein verwendet, welches im Sonnenlicht weiß erscheint.

Sicherheit in Arequipa

Wie in jeder anderen Großstadt in Lateinamerika muss man auch hier besonders vorsichtig sein. Wenn man jedoch einige Ratschläge befolgt, kann man die Zeit in der sonnigen Metropole genießen.
Die Taxiunternehmen gehören fast alle zu autorisierten Taxigesellschaften. Allerdings gibt es einige Unternehmen, die besonders vertrauensvoll sind: Taxi Tourismo, Taxitel, Taxiplus und Hello-45. Am Besten lässt man sich vom Hotel oder Restaurant ein Taxi dieser Gesellschaft bestellen. Vor allem wenn es dunkel wird. Sobald die Sonne untergegangen ist, sollte man vorsichtiger durch Arequipas Straßen gehen, da während der Dunkelheit die Kriminalitätsrate am höchsten ist. Wenn man abends in einem Restaurant essen geht oder noch in einem Club tanzt, sollte man Fremden gegenüber eher mit etwas Misstrauen begebnen.
Wie in anderen großen peruanischen Städten, ist es wichtig seine Wertsachen eng am Körper zutragen und die anderen Passanten immer wachsam zu beobachten.
Während der letzten Jahre wurde die Touristenpolizei in den großen, touristisch attraktiven Städten rapide ausgebaut. Im Stadtzentrum befinden sich unzählige Polizisten, die die Straßen überwachen.
Nichts desto trotz sollte man bei keinem Taxi einsteigen oder Fremden vertrauen, bei denen man sich unwohl fühlt. Das Misstrauen sollte allerdings kein ständiger Begleiter sein. Die meisten Peruaner sind sehr freundlich, aufgeschlossen und lebensfroh. Und einige Touristen sollten sich von dieser Lebensfreude lieber etwas abschauen.

Sehenswürdigkeiten in Arequipa

Montasterio de Santa Catalina
Dieses Kolonialgebäude ist eines der bekanntesten und sehenswertesten von ganz Peru. Es besteht nicht nur aus einem einzelnen Haus, sondern gilt als „Stadt in der Stadt“. Viele kleine Gässchen und antike Möbelstücke gibt es hier zu entdecken. Am Besten lässt man sich von einem Guide in die Welt der Nonnen in Arequipa entführen. So scheint es schnell, als hätte sich hier, mitten in der sonst so lauten und belebten Großstadt Arequipas, seit dem 16. Jahrhundert nichts verändert.

Plaza de Armas in Arequipa
Sobald man in die Innenstadt fährt, gelangt man unweigerlich zum Plaza de Armas. Dieser Platz wird von Kolonialgebäuden eingerahmt und biete eine gute Gelegenheit, um das rege Treiben der Stadt von einem Café aus zu beobachten.

Museo Santury
Das Museum der „Eisprinzessin Juanita“ offenbart dem Besucher einen Einblick in die uralten Traditionen der Urvölker Perus. Die hier gezeigte Mumie wurde 1995 auf dem Nevado Ampato gefunden. Sie ist ein Beweis dafür, dass vor Hunderten von Jahren auch Menschenopfer ein Teil der religiösen Zeremonie darstellten. Dieses 12-14 Jahre alte Mädchen wurde wohl getötet und mumifiziert, um die Naturgewalten zu beruhigen und zukünftig Erdbeben und Vulkanausbrüche zu verhindern.

Museen in Arequipa
Arequipa bietet eine Vielzahl an Museen und Kirchen, die man unweigerlich passiert, wenn man durch das Zentrum Arequipas schländert. Eine ähnlich vielseitige Ausstellung der Artefakten der Chiribaya Kultur wie im Museo Arqueologico Chiribaya (La Merced 117) findet man sonst nur selten in Peru. Die Iglesia de Compania am Plaza de Armas sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Schon die Fassade begeistert mit ihren eindrucksvollen Verzierungen. Im inneren erwartet einen ein Farbenspiel, da die bunte Kuppel und das farbenfrohe Wandgemälde vor einigen Jahren wieder restauriert wurden.

Ausflugsziele rund um Arequipa

Die Umgebung rund um Arequipa glänzt vor allem mit Ihren unzähligen Bergen und Vulkanen. Ein Highlight, welches sich kein Wanderer entgehen lassen sollte, ist der „Colca Canyon“. In diesem atemberaubenden Canyon kann man mit etwas Glück einen Andenkondor oder ein Viscacha (gehört zur Familie der Chincillas)in freier Wildbahn bestaunen. „Caynon del Colca“ ist fast doppelt so tief wie der Grand Canyon in L.A. und ist nach dem benachbarten „Canyon del Cotahuasi“ der zweit tiefste Canyon der Welt. Besonders empfehlenswert um diese einzigartige Landschaft bestaunen zu können, ist ein zwei Tagestrip über Chivay und Cabanaconde.
Eine anspruchsvollere und weniger begangene Tour bietet der El Misti. Diesen 5822 Meter hohe Vulkankrater können erfahrene Bergsteiger in zwei Tagen erreichen. Da die Sauerstoffknappheit in dieser Höhe jedoch zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen kann, sollte man diesen Aufstieg nur mit einem erfahrenen Guide wagen. Ein tolles Ausflugziel ist der El Misti auch für Kletterer, denn die Kletterer der Region um Arequipa schwärmen sehr von den Routen am Fuße des Vulkans.
Für einen Halbtagesausflug ist eine Raftingtour auf dem Rio Chili besonders empfehlenswert. Die wunderbare Landschaft, die einzigartige Flora und Fauna und der reisende Fluss lassen diesen Ausflug zu einem besonderen Erlebnis werden. Auch Anfänger können sich hier von dieser immer beliebter werdenden Sportart überzeugen lassen.
Eine Möglichkeit die Umgebung um Arequipa auf dem Rücken der Pferde zu erkunden findet sich hier schnell. Fast jedes Adventure Büro bietet Horse-riding Touren an.

Aktualisiert am 15. September 2010

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