Auslandspraktikum in Südamerika
Ein Praktikum in Peru während einem Auslandsaufenthalt in Südamerika
Durch die Veränderungen auf dem Binnen-Arbeitsmarkt in den letzten Jahren und aufgrund des stetigen Anstiegs der Konkurrenz durch Arbeitskräfte aus dem europäischen Ausland, nutzen heutzutage viele Schul- und Hochschulabsolventen die Möglichkeit ein Praktikum im Ausland oder ein Auslandsstudium in ihren Lebenslauf einzubauen. Das Praktikum im Ausland oder das Auslandssemester zeigen Arbeitgebern und Personalchefs, dass der Teilnehmer über bestimmte Fertigkeiten (vor allem über „social skills“) und hohe Erfahrungswerte verfügt. Neben den erlernten Fremdsprachenkenntnissen sind das die Hauptgründe, warum man Absolventen mit Auslandserfahrung anderen Bewerbern mit gleicher Qualifikation oft vorzieht. Eine erlernte Fremdsprache und zumindest ein kurzer Auslandsaufenthalt, sei es nun für ein Auslandspraktikum, für einen Studienaufenthalt in Südamerika oder für die Mitarbeit bei einer Hilfsorganisation, sind mittlerweile absolute „must haves“ geworden. Diese Änderungen in den Anforderungsprofilen führten in den letzten Jahren auch zu einem sprunghaften Anstieg an durchgeführten Auslandsaufenthalten mit Praktikumsbezug oder für ein Auslandsstudium. Neben diesen Beweggründen scheint auch die Reiselust der deutschsprachigen Studenten und Schulabgänger deutlich gestiegen zu sein. Im Jahr 2002 verbrachten weit über 18.000 deutsche Studenten ein Studium im Ausland, entweder für ein komplettes Auslandsstudium oder eine einzelnes Auslandssemester. Die bei einer Umfrage des Deutschen Akademischen Austauschdienstes erhobenen Daten zeugen von dieser rasanten Entwicklung auf dem Markt für Studienreisen. Sparten die Hochschulabsolventen vor 20 Jahren noch ihr hart verdientes Geld, um nach ihrem Diplom oder nach Abschluss ihrer Magisterarbeit ins europäische Ausland zu fahren, verbringt der durchschnittliche Studierende mittlerweile die Zeit zwischen seinem Semester in Peru oder unternimmt eine Südamerikareise quer durch Bolivien, Paraguay und Argentinien. Andere studieren in Ecuador und unternehmen in ihrer freien Zeit eine Galapagos Kreuzfahrt oder eine Galapagos Bootstour rund um das berühmte Inselarchipel. Südamerika scheint sich dabei immer mehr an Beliebtheit zu erfreuen und das Interesse deutschsprachiger Studenten an einem Auslandsjahr oder einem beliebigen anderen Auslandsaufenthalt in Lateinamerika wächst jährlich.
Gründe weshalb man sein Auslandspraktikum in Südamerika verbringen sollte, gibt es dabei genügend. Der Kontinent bietet eine schier unfassbare Vielfalt an unterschiedlichsten und wahrlich exotischen Landschaften, gepaart mit wunderbaren Menschen, einer höchst interessanten Kultur und äußerst niedrigen Lebenshaltungskosten in Peru, Ecuador, Bolvien oder auch in anderen Staaten. Gegenüber den Verhältnissen in Europa sind eigentlich alle Länder Lateinamerika sehr günstig und ermöglichen damit dem Studierenden bzw. dem Praktikanten ein längeres Auslandspraktikum oder Studium im Ausland. Die Flugpreise sind gegenüber anderen exotischen Reiseländern wie China, Neuseeland oder Australien geradezu billig, Verpflegung oder Unterkünfte bekommt man mit Unterstützung Einheimischer oder durch eine seriöse Vermittlungsagentur ebenfalls für wenig Geld. Wer sein Praktikum in den USA absolvieren möchte, bekommt im Vergleich vielleicht einen etwas günstigeren Flug an die Ostküste der USA, aber damit ist der Preisvorteil schon erschöpft. Ein Auslandsaufenthalt in den USA gehört nämlich mit zu den teuersten Beschäftigungen während der Semesterferien, da die Lebenshaltungskosten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht gerade billig sind. Rund 1000 Euro muss man schon im Monat ausgeben, selbst wenn man keinen Sprachkurs in den USA gebucht hat und neben dem Praktikum in den USA bzw. während der freien Zeit nicht besonders viel in Freizeitbeschäftigungen investiert. Ein Auslandsstudium in den USA wird dagegen erst richtig teuer, muss man doch für die billigsten Universitäten bereist rund 4000 US-Dollar pro Semester bezahlen. Wer kein Stipendium hat oder von den Eltern zu Hause kräftig unterstützt wird, sollte sich ein Auslandsjahr in den USA oder einen Studium bzw. Praktikum in den USA besser „abschminken“. In den Ländern Südamerikas sind die Gebühren für Hochschulen dagegen sehr günstig und ein Auslandssemester in Südamerika, beispielsweise ein Studienaufenthalt in Peru oder ein Studium in Bolivien stellen kein unlösbares Problem für die studentische Reisekasse dar. In den meisten Fällen bleibt genug übrig, um in den Ferien oder nach Abschluss des Studiums eine ausgiebige Südamerika Rundreise zu unternehmen, beispielsweise mit einer Trekkingtour in den Anden oder einer Trekkingtour durch Bolivien mit seinen endlos weiten und wunderschönen Landschaften, eine Bootstour im Amazonas-Regenwald oder eine Dschungelreise durch die „Grüne Hölle“.

Südamerika bietet einfach für jeden Geschmack und jeden Anspruch die passende Klimazone bzw. Landschaft. Schaut man sich allein die unterschiedlichen Landschaftstypen Perus an, erkennt man dessen Vielfalt in dieser Hinsicht. Ein Auslandssemester in Peru oder ein Praktikum in Peru bringt einem dieses wunderbare Land näher. Peru besitzt eine äußerst fruchtbare Küstenlandschaft (die „Costa“ Perus), die vereinzelt von wüstenähnlichen Streifen und herrlichen Küstenoasen durchzogen ist. Wunderbare Sandstrände im Norden Perus laden zum Baden ein und es gibt unzählige Städte der „Costa“, denen man unbedingt einen Besuch abstatten sollte. Chiclayo im Norden des Landes ist ein sehr guter Ausgangspunkt für Rundreisen durch Ecuador (das Nachbarland lässt sich von Chiclayo sehr gut mit dem Bus bereisen), Ausflüge und Dschungelreisen zum schönsten Teil des peruanischen Regenwaldes nahe Bagua und Iquitos oder Städtereisen in der näheren Umgebung Chiclayos. Piura, Trujillo oder Tumbes sind da nur einige Beispiele. Im Süden bietet die Küste in Peru weitere Sehenswürdigkeiten und die Städte Nasca oder Ica. Hier liegen die weltbekannten und mysteriösen Linien von Nasca, die sich über eine unglaublich große Fläche verteilen und von Kleinflugzeugen aus beobachtet werden können.
Wer während dem Praktikum in Peru nach Süden reist, wird dort zweifellos die klassische Peru Rundreise unternehmen. Von Nasca und Ica geht es dann weiter in die peruanischen Anden zu weiteren phantastischen Orten. Städte wie Arequipa oder Cusco gehören zu den schönsten Städten ganz Südamerikas und sind ein absolutes Muss während einer Peru Rundreise oder einem Auslandsaufenthalt während dem Studium oder Praktikum in Peru. Cusco ist bei Südamerikareisenden sowieso ein unglaublich beliebtes Ziel und eignet sich ebenfalls, um dort das Auslandspraktikum oder ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Die Stadt ist zwar beispielsweise im Vergleich zu Chiclayo etwas teurer, bietet aber auf der anderen Seite auch unglaubliche Sehenswürdigkeiten. Cusco gilt bei vielen Teilnehmern von Südamerikareisen nicht nur als absolutes Muss, sondern auch als die schönste Stadt des Kontinents. Eine Unterkunft in Cusco ist meist recht schwierig zu organisieren oder eben, wie bereits erwähnt, recht teurer im peruanischen Vergleich, wer sein Auslandspraktikum hier durchführt oder hier während dem Studium in Peru wohnt, hat aber die Möglichkeit sehr viel von der einmaligen Umgebung der Stadt mitzubekommen. Es gibt genügend Alternativen um Arbeit bei Hilfsorganisation zu finden, ein Freiwilliges Soziales Jahr bzw. ein Freiwilliges Ökologisches Jahr oder ein Kulturelles Jahr in der Stadt zu organisieren oder einfach nur seinen Freiwilligendienst oder das Praktikum in einer der vielen gemeinnützigen Einrichtungen und Institutionen in Cusco abzuleisten. Ein Spanisch Sprachkurs ist dann die ideale Ergänzung zum Praktikum oder einem anderweitigen Aufenthalt. Cusco liegt in den Anden und es gibt dort eine große Anzahl indigener Einwohner, die eine der alten Indiosprachen sprechen. Aymara und Quechua sind auch heutzutage sehr verbreitet, vor allem in Ländern wie Peru, Bolivien, Ecuador oder Paraguay und wer sich länger in Cusco aufhält, sollte sich vielleicht überlegen, entweder einen Spanischkurs zu buchen oder eine der alten Sprachen zu lernen. Quechua-Sprachkurse werden in Cusco von verschiedenen Institutionen angeboten und man kann das Erlernte direkt ausprobieren und vertiefen, wenn man mit der örtlichen Bevölkerung in Kontakt kommt. Nach aktuellen Schätzungen sprechen übrigens zwischen 10 und 16 Millionen Menschen in Südamerika einer der Dialekte des Quechua. Wer sich länger in einem lateinamerikanischen Land aufhalten möchte und vielleicht während dem Studium in Südamerika oder einem Praktikum bzw. während einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einer der Andenrepubliken verweilt, für den ist ein Quechua-Kurs als Ergänzung oder Alternative zu einem Spanisch Sprachkurs sicherlich eine gute Wahl.

Cusco liegt auch daher auf der Route einer jeden Südamerikareise, da es auf dem Weg zum berühmtesten Ort ganz Südamerikas liegt. Der heilige Berg Maccu Picchu (auch Maccu Piccu oder Maccu Pichu geschrieben) liegt in der Nähe von Cusco. Die jahrhundertealte geheimnisvolle Ruinenstadt der Inkas zählt mittlerweile zu den Neuen Sieben Weltwundern und war aber schon vor dieser zweifelhaften Nominierung eines der beeindruckendsten Bauwerke der Menschheit. Besucher können die Strecke von Cusco zum Maccu Picchu mit der Eisenbahn zurücklegen oder eine der beschwerlicheren Routen auswählen. Verschiedene Streckenabschnitte des berühmten Inkatrails können zu Fuß oder auf dem Pferderücken bewältigt werden. Der Inkatrail als auch die Eisenbahnstrecke führen an einer faszinierenden andinen Bergwelt vorbei und man bekommt die Chance alte verfallene Kultstätten und kleinere Festungen der Inkas sowie erstaunliche Panoramen zu Gesicht zu bekommen.

Ein paar Stunden mit dem Überlandbus benötigt man dann um von Cusco und Maccu Picchu nach Arequipa zu gelangen. Arequipa liegt ebenfalls in den Anden Perus und besitzt eine genauso reizvolle Altstadt mit Herrschaftshäusern und Palästen aus der Kolonialzeit. Von Arequipa aus sollte man auf jeden Fall einen Ausflug zum Colca Canyon unternehmen. Der Colca Canyon ist der tiefste Canyon der Welt und übertrifft damit sogar noch den Grand Canyon in den USA.


Peru bietet weit über diese aufgeführten Sehenswürdigkeiten hinaus, ein unglaubliches Spektrum an Möglichkeiten um die Zeit während dem Auslandspraktikum oder dem Studium in Südamerika zu verbringen. Gerade wer sich für ein komplettes Auslandsjahr in Peru entscheidet oder das Auslandssemester ein bisschen ausdehnen möchte, sollte sich bei der Auswahl des passenden Reiselandes für die Andenrepublik entscheiden. Das Auslandsjahr oder die freie Zeit während des Studiums wird außerordentlich schnell vorüberziehen und die meisten Reisenden stellen dann schnell fest, dass ein Jahr oder ein Semester sehr kurz sein kann. Auch für diejenigen, die sich während einem Auslandsaufenthalt in Südamerika für ein anderes Land entscheiden, sollten eine Peru Rundreise auf jeden Fall mit ins Programm nehmen, denn Peru ist und bleibt wohl das faszinierendste und exotischste Land ganz Lateinamerikas.
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