Chiclayo eine Stadt an der Küste Perus

Chiclayo ist eine der größten Städte Perus und gleichzeitig die Hauptstadt der Region „Lambayeque“. Die Stadt liegt an der Küste des Landes und ist wegen seiner freundlichen Bewohner auch als „die Stadt der Freundschaft“ (Capital de la Amistad) bekannt.
Chiclayo ist ein Treffpunkt für die Menschen aus dem Amazonasregenwald und der Küstenregion des Landes und somit eine der wichtigsten und größten Handelsstädte Perus. Chiclayo ist sowohl eine moderne, als auch eine traditionelle Stadt mit typischen Bauwerken, bunten Märkten, schönen Sandstränden und jeder Menge an interessanten Sehenswürdigkeiten. Die Stadt bietet eine ganze Reihe an Ruinen und Überbleibseln alter Kulturen aus der präkolombianischen Zeit und aus anderen Epochen.

Aus Chiclayo stammen einige der wichtigsten frühzeitlichen Kulturen aus der Geschichte Perus, wie zum Beispiel „die Mochicas“ oder die „Sican“-Kultur. Aus der Kultur der „Mochicas“ stammt auch der legendäre „Senor de Sipan“, dessen Grabmal und dessen Mumie man noch heute im Museum in Lambayeque bestaunen kann. Die ursprüngliche Pyramide, in der man den „Senor de Sipan“ bestattet hat, liegt übrigens nur einige Kilometer von Lambayeque bzw. Chiclayo entfernt und ist eine weitere Sehenswürdigkeit der Region.

Die „Mochica“ Kultur entwickelte sich zwischen dem ersten und siebten Jahrhundert n.Chr. in der Küstenregion Perus. Eine der wichtigsten Eigenschaften dieser Kultur war die Kenntniss über die Hydrauliktechnik. Indem die Mochika Wasser zweckmäßig nutzten und beeindruckende Bewässerungssysteme um ihre Dörfer herum anlegten, waren sie in der Lage eine äußerst effiziente Landwirtschaft zu betreiben. Ihre technischen Kenntnisse und Fähigkeiten halfen den Mochika, sich zu einer erfolgreichen Kultur zu entwickeln, ihre ökonomische Lage zu verbessern und ihr Reich auszudehnen. Die Mochika eroberten fast die ganze Küste Perus und gründeten heutige Städte wie „Ancasch“, „La Libertad“ und Lambayeque, die Stadt, die dem Departemente Lambayeque den Namen gab. Noch heute sind die Überreste der Mochika, ihre Ruinen und vor allem die Keramiken eine wichtiger Bestandteil der regionalen Tourismusbranche. Die Herstellung von Keramik gehörte ebenfalls zu den herausragenden Eigenschaften dieser Kultur. Neben Gefäßen und Schmuckstücken aus diesem Material fertigten die Mochika kunstvolle Schmiedearbeiten aus Gold und Kupfer. Die zwei wichtigsten Museen in Lambayeque sind voll mit den Schmuckstücken und Gebrauchsgegenständen, die von den kunstfertigen Händen der Mochika-Schmiede gefertigt wurden.

Zwischen dem achten und vierzehnten Jahrhundert n.Chr. tauchte in der Küstenlandschaft Perus eine zweite sehr erfolgreiche Kultur auf. Die „Sican“ übernahmen viele Kenntnisse der Mochica und verbesserten diese. Lambayeque lässt sich als Zentrum dieser Kulturen bezeichnen und ist im Gegensatz zu vielen anderen, von den Spaniern gegründeten Städten, wie Piura Trujillo oder Lima eine Siedlung die von einer Mischung der verschiedenen Indio-Kulturen gegründet wurde. In den Unabhängigkeitskriegen und Widerstandsbewegungen der Indios gegen die spanischen Eroberer spielte Lambayeque daher auch eine wichtige Rolle. Sehr lange war die kleine Stadt an der Pazifikküste nicht nur der Namensgeber sondern auch die Hauptstadt des Departementos, bis im Jahre 1805, „Felipe Santiago Salaverry“ die Stadt Chiclayo zur Hauptstadt ernannte und die „Stadt der Helden“ schuf. Chiclayo entwickelte sich rasend schnell und stieg rasch zur wirtschaftlich bedeutendsten Siedlung der ganzen Region auf. Heute ist Chiclayo nicht nur ein wichtiges ökonomisches Zentrum sondern auch sehr wichtig für die regionale Tourismusbranche. Dies liegt nicht nur an den zahlreichen archäologischen Attraktionen, dem warmen Klima und der Nähe zu den schönen Pazifikstränden Perus, sondern wohl auch an den freundlichen und interessanten Einwohnern. Im Winter des jahres 2007 kam übrigens ein weiteres archäologisches Highlight von Chiclayo zum Vorschein, als Forscher die mit 4000 Jahren ältesten Wandmalereien Amerikas entdeckten.

Die Einwohner leben überwiegend von der Landwirtschaft und dem Anbau von Reise, Zucker und exotischen Früchten sowie natürlich von der Fischerei und dem Tourismus und dem Handeln mit den Nachbarstädten. Chiclayo ist ein Treffpunkt für viele Menschen, die ihre Waren aus den entferntesten Gegenden zum Verkauf in die Stadt bringen.
Posted by A.M.Diaz, Chiclayo/ Peru

Unser Programm für Chiclayo bzw. Lambayeque beinhaltet verschiedene Angebote für längerfristige Auslandsaufenthalte mit Praktikumsbezug, Auslandssemester, ein Freiwilliges Soziales Jahr in Peru und Sprachreisen.

Aktualisiert am 12. Februar 2009

Schreibe einen Kommentar