Die Altstadt von Lima

08.Januar 2009

 Altstadtrundgang

Bereits 1991 wurde die eigentliche Altstadt der peruanischen Metropole von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt und in den schachbrettartigen Straßennetzen und Gassen um die Plaza Mayor gibt es eine Vielzahl an interessanten Sehenswürdigkeiten zu entdecken.Wer in Lima nur zur Durchreise verweilt oder sich überhaupt nicht für derartige Dinge begeistern kann, der sollte doch zumindest einen halbtägigen Rundgang durch die eigentliche Altstadt unternehmen. Wir möchten hier eine kurze Tour vorstellen, in der man innerhalb von sechs bis acht Stunden die wichtigsten Bauwerke und Plätze der Stadt zu Gesicht bekommt, wenn man nicht allzu lange in einer der Kirchen oder Paläste verweilt. Man startet die Tour durch die Altstadt Limas am besten von der Plaza Mayor aus, von der man im Anschluss an die Besichtigung auch direkt auf den San Cristobal fahren kann. Von der Plaza startet eine der vielen Touristenbuslinien und fährt in regelmäßigen Abständen auf den nahe liegenden Berg, von dem man bei gutem Wetter und nicht allzu viel Nebel, einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt und die Küste mit ihren Steilhängen hat. Die Plaza Mayor mit ihren kolonialen Prachtbauwerken besitzt eine wirklich prächtige Kulisse und hier findet man unter anderem den Regierungspalast und das eigentlich Rathaus von Lima. Der prunkvoll verzierte Brunnen in der Mitte des Platzes dient in Peru übrigens auch gleichzeitig als Nullpunkt für sämtliche Entfernungsmessungen. An der Südostseite der Plaza steht die mächtige Kathedrale der Hauptstadt, in der man den angeblichen mumifizierten Leichnam des spanischen Eroberers Francisco Pizarro bestaunen kann. Die Kathedrale beinhaltet ebenfalls ein kleineres Museum mit sakralen Kunstgegenständen.

Direkt neben dem großen Bauwerk steht die kleine und unscheinbar wirkende Iglesia del Sagrario, die eigentlich keine Besonderheiten aufweist und keinen Grund für einen längeren Aufenthalt bietet. Der Regierungspalast und Amtssitz des peruanischen Präsidenten wurde im neoklassischen Stil erbaut und steht an der Stelle des ehemaligen Palastes von Franco Pizarro. Für eine der Führungen, die werktags von 10:00 bis 11:00 stattfinden, benötigt man jedoch eine Besuchererlaubnis, die man direkt beim Tourismusbüro (Oficina de Tourismo, Jr. De la Union s/n, Plaza Pizarro, Büro 201) bekommen kann. Kontakt ist auch unter 311-3908 oder per E-Mail unter palacio@comunidadperuana.com möglich. Bemerkenswert ist auch die Wachablösung der bunt gekleideten Garde, die jeden Tag um die Mittagszeit an der Plaza abgehalten wird. Die mit goldenen Helmen gekleideten Gardesoldaten bieten mit ihren schicken Uniformen einen wirklich reizvollen Eindruck und müssen sich damit weder vor den Soldaten der Schweizer, noch der königlichen britischen Garde verstecken. Planen Sie auf jeden Fall ein, zur Mittagszeit in der Nähe. Neben der Kathedrale und dem Palacio de Gobierno, dem Regierungspalast, sticht als drittwichtigste Sehenswürdigkeit das Gebäude der Stadtverwaltung von Lima hervor. Die einzelnen Stadtteile besitzen alle ein eigenes Municipalidad, vor allem im Stadtteil Miraflores gibt es einen sehr schönen Bau, aber das aus Sandstein gebaute und mit reizvollen Holzerkern ausgestattete Rathaus an der Plaza ist wohl das Imposanteste.

Ein weiteres Highlight im direkten Altstadtbezirk ist das Kloster von San Francisco, dessen Kirche ebenfalls zum Weltkulturerbe gehört. Sowohl der Hauptbau, als auch das Kirchengebäude gehören beide zu den schönsten Bauten in Lima, die aus der Kolonialzeit stammen. Das Kloster ist aus zwei Gründen interessant:

Zum einen wegen der umfangreichen Sammlung an uralten Schriften, Pergament und historischen Chroniken, zum anderen wegen der unterirdischen Katakomben unter dem Kloster. In den unzähligen und weit verzweigten Gängen unterhalb des Gebäudes wurden ca. 75.000 Tote bestattet, wobei die Knochen und Schädel an verschiedenen Stellen in den Gängen, auf teilweise sehr makabrer Art und Weise aufgetürmt wurden.

Für einen geringen Betrag (1,25 Euro und 0,25 Euro für Studenten) erhält man Zutritt zum gesamten Klostergebäude, sowie eine Führung durch die ganze Anlage (inklusive des kleinen Klostermuseums und der Katakomben). Die Führungen werden sowohl auf Spanisch, als auch auf Englisch angeboten und man muss nur eine kurze Zeit in der kleinen Eingangshalle des Klosters warten, bis die nächste Führung stattfindet. In der gleichen Straße in der sich das Kloster liegt, befindet sich auch der Zugang zur Calle Ancash und das reizvolle Gebäude der Casa Pilatus in dem das nationale Kulturinstitut sitzt. Folgt man der Straße kommt man auf die Kreuzung zur Avenida Abancy mit dem Plaza Bolivar und dem Denkmal des Unabhängigkeitskämpfers Simón Bolívar, der in vielen südamerikanischen Ländern als Nationalheld gehandelt wird.

Hinter dem Platz befindet sich das gebäude des Congreso und das bekannte „Haus der Dreizehn Münzen“ in dem man heute in einem wirklich geschmackvoll eingerichteten Restaurant zum Essen einkehren und die stilvolle koloniale Einrichtung genießen kann. Direkt um die Ecke liegt das Museo del Tribunal de la Santa Inquisicion, das schaurig schöne Museum der heiligen Inquisition, in dem Folterwerkzeuge und eine komplette Ausstellung zum Thema präsentiert werden. Im selben Haus befindet sich auch die Universitätsbibliothek, bei der sich auch ein kurzer Besuch lohnt. Der Eintritt und die Führungen im Museum der Inquisition sind übrigens komplett kostenlos. Wer diesen Teil des Altstadtrundgangs in normalem Tempo durchführt, der benötigt weniger als drei Stunden, allerdings kann man dann nicht sehr lange an den jeweiligen Orten verweilen. Alleine für die Besichtigung des Klosters San Francisco und vor allem für eine Führung durch die Katakomben, sollte man sich etwas länger Zeit nehmen.

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