Die Eroberung des Inkareiches in Peru durch Francisco Pizarro und die Spanier
Peru war eine „Entdeckung“ der Spanier, die diese auf ihren vielen Reisen und Expeditionen zur neuen Welt machten. Der Wunsch der Spanier wegen ihrer schlechten ökonomischen Lage und aufgrund mangelnder Einnahmequellen aus den anderen Kolonien aus ihrem Land zu flüchten, war eine Motivation für viele, um sich zusammen mit der Hoffnung unglaubliche Schätze zu finden, auf den unbekannten Weg zu machen.
Nach der Endeckung der Kanarischen Inseln wurde die Neugier der Spanier nach neuem Land erweckt und man machte sich auf, um neue Kolonien und Land in Übersee zu erschließen.
Durch die Entwicklung des neuen Schiffstyps der Karavelle („La Carabela“), wurde es ermöglicht neue und unbekannte Gebiete zu erforschen und Reisen zu weiter entfernten Zielen zu unternehmen. Diese Entwicklung führte im Jahr 1492 ebenfalls zur „Entdeckung“ der neuen Welt durch Christoph Kolumbus. Angeregt durch die Nachricht von der Erkundung dieser neuen und exotischen Welt, ließ der König von Spanien eine ganze Reihe von Expeditionen nach Südamerika aufstellen.
Die ersten dieser Expeditionen misslangen und waren sehr entmutigend, doch nach dem „Fang“ einiger Indios in Südamerika, hatten die Spanier eine bessere Ahnung von dem, was sie auf diesem Kontinent erwartete. Einer der Indios erzählte ihnen, in der neuen Welt gäbe es ein großes und mächtiges Reich namens „Tahuantinsuyo“, in dem Berge von Gold und anderen Edelmetallen sowie ein unermesslicher Reichtum nur darauf wartete von den Entdeckern in Anspruch genommen zu werden. Durch die Nachricht, dass es ein solch mächtiges und reiches Land in Südamerika geben sollte, waren die Spanier erneut sehr motiviert und starteten einige Expeditionen nach Süden. Anführer dieser Erkundungsmannschaften waren Francisco Pizarro und Diego de Almagro. Mit Hilfe des spanischen Königs landeten sie also endlich auf peruanischem Territorium.
Im Jahr 1529 wurde die „Capitulacion de Toledo“ unterzeichnet und Francisco Pizarro durch die Königin „Isabel de Portugal“ und im Namen des spanischen Königs überreicht. Die Urkunde ernannte Francisco Pizarro zum Governeur und „Adelantado“ von „Nueva Castilla“ und war die offizielle Genehmigung der spanischen Krone, Peru zu erobern und zu unterwerfen. Für den Partner Pizarros, Diego de Almagro, blieb nur der Posten des Kommandeurs und Verwalters des heutigen Túmbes, was diesen sehr erzürnte und zu späteren Expeditionen nach Chile führte. Nachdem die Spanier in Peru gelandet waren, führten mehrere Faktoren in sehr kurzer Zeit zum Sieg über die vorherrschenden Inkas. Der größte und wahrscheinlich ausschlaggebendste Nachteil für die Inkas war die weitaus überlegenere Waffentechnologie der Spanier. Wo die Inkas sich mit Speeren oder mit Pfeil und Bogen verteidigen mussten, besaßen die spanischen Eroberer Hieb- und Stichwaffen aus Metall und natürlich Handfeuerwaffen sowie Kanonen. Die Feuerwaffen waren für die Inkas noch „Neuland“ und zusammen mit den Pferden der Konquistadoren, veranlassten sie die Indios zu der Annahme, dass sich mit den Spaniern Götter auf den Weg nach Peru gemacht haben mussten. Da Pferde in der neuen Welt noch vollkommen unbekannt waren, war der Anblick eines solchen „sechsbeinigen“ Ungetüms ein wahrlich abschreckender und furchteinflößender Anblick für die Inka. Zusätzlich zu den neuen Waffen und dem damit einhergehenden Vorteil bei Kampfhandlungen, gab es eine weitere „Waffe“ der Spanier, die aber nur langfristig zu wirken begann. Man brachte aus dem europäischen Festland eine ganze Reihe an unbekannten Krankheitserregern mit, für die es bei den Inkas weder Antikörper noch Medikamente gab und im Nachhinein starb eine große Anzahl an Indios durch diese neu eingeführten Erreger und Krankheiten.
Die Ankunft der Konquistadoren geschah zu einer Zeit, in der sich im Reich der Inkas ein interner Bruderkampf um die Vorherrschaft im Reich abspielte. Die Brüder „Huascar“ und „Atahualpa“ lieferten sich einen Krieg um die Macht im Reich „Tahuantinsuyo“ was den Spaniern einen weiteren Vorteil einräumte.
Man wusste über diesen internen Kampf zwischen den beiden Inkaführern und entschied sich daraufhin, den Inka „Atahualpa“ zu ergreifen und festzunehmen. Die Spanier marschierten zu der Stadt „Cajamarca“, wo sich „Atahualpa“ zu dieser Zeit befand. „Atahualpa“ (auf Quechua auch „Atawallpa“ genannt) gewährte den Spaniern am 15.11.1532 eine Unterredung und empfing die Eindringlinge fast freundschaftlich, wobei der Herrscher der Inka die Konquistadoren für ihre geraubten Güter und die Zerstörung in seinem Reich bezahlen lassen wollte. Die Spanier planten indessen die Ergreifung Atahualpas, für sie war das Treffen nur ein reiner Vorwand um ihr geplantes Vorhaben in die Tat umzusetzen. Der Inkaherrscher wusste um diesen Plan der Spanier, doch in seinem Hochmut war er davon überzeugt, dass man ihm in den Reihen seiner Krieger kein Leid antun könnte. An der „Plaza de Cajamarca“ trafen sich schließlich die Konquistadoren mit dem Inka und man verhandelte über das Schicksal des Reiches. Das größte Problem dieses Treffens waren die Sprachschwierigkeiten und Fehler der jeweiligen Übersetzer, bei denen die schlechten Dolmetscher kaum etwas helfen konnten. Man machte dem Inka das Angebot, sich den spanischen Eroberern zu unterwerfen und der katholischen Kirche beizutreten. Man kann vermuten, dass dieses „Angebot“ für den Inka unannehmbar war und lediglich zu dem gewünschten Ergebnis für die Spanier führen sollte. Der Inka verstand nicht so viel von dem, was man ihm mit diesem Vorschlag unterbreiten wollte und konnte erst recht nichts mit der Bibel anfangen, die ihm ein spanischer Priester vorlegte. Der Pater überreichte die heilige Schrift und versuchte den Inhalt und die Bedeutung der katholischen Religion darzulegen, doch Atahualpa wurde immer ungehaltener und warf die Bibel im Zorn weg. Der Pater der „Delegation“ verstand diesen Akt Atahualpas als offenen Affront gegen seine Kirche und gab daraufhin bei der Festnahme des Inka den Ton an.
Für die Spanier war die Überwältigung des Herrschers der Inka ein sehr einfacher Schlag, da man den schlecht bewaffneten Kriegern der Inka haushoch überlegen war. Pizarro und seine 182 Soldaten überwältigten die Inkas und richteten danach ein Massaker an den rund 5.000 Inkakriegern an. Sie nahmen Atahualpa fest und warteten einfach auf Verstärkung durch weitere Truppen. Atahualpa wusste, dass die Spanier wegen ihrer Gier nach Gold und Edelmetallen nach Südamerika gekommen waren und bot seinen Geiselnehmern ein astronomisch hohes Lösegeld an. Ein ganzer Raum bis zur Decke voll mit Gold und zwei weitere Räume angefüllt mit Silber sollten die Konquistadoren um Pizarro erhalten, wenn sie sich entschließen sollten, den Höchsten aller Inkas freizulassen. Francisco Pizarro und seine Gefolgsleute gingen scheinbar auf das Lösegeldangebot ein, doch nachdem man aus allen Teilen des Reiches Gold und Silber herangeschafft hatte, weigerten sie sich natürlich den Inka freizulassen und ihr Versprechen einzuhalten. Dieses gewaltige Lösegeld ist übrigens bis heute der höchste Betrag in der Geschichte der Menschheit, der jemals für die Freilassung eines einzelnen Menschen bezahlt wurde. Die Einwohner des Inkareiches benötigten angeblich mehr als zwölf Wochen um die gewaltige Menge an Gold und Silber nach Cajamarca zu schaffen und ihre Schmelzöfen arbeiteten ununterbrochen über mehr als 30 Tage, um die Berge an Edelmetallen einzuschmelzen. Nach aktuellen Schätzungen, wurden den Spaniern damals zwischen 15 und 20 Tonnen reinstes Gold und ca. 170 bis 200 Tonnen reinstes Silber von den Inkas überreicht. Pizarro und seinem Gefolge war es eigentlich klar, dass sie nachdem Atahualpa in Freiheit sein würde, mit einem sofortigen Angriff und der Rache des Herrschers rechnen mussten. Nachdem das Lösegeld bezahlt war, suchte man also nach einem Vorwand, um den Inka vor Gericht zu stellen. Diesen Vorwand fand man sehr schnell und Atahualpa wurde wegen der Ermordung seines Halbbruder Huáscar während des blutigen Bruderkrieges zwischen den beiden Inkaherrschern zum grausamen Tode auf einem Scheiterhaufen verurteilt. Nachdem die spanischen Priester dem Inka zu einer Taufe geraten hatten und ihm zusicherten, dass man ihn in diesem Fall nur erwürgen würde, stimmte der Herrscher zu. Nach der Auffassung der Inka war ein unversehrter Körper notwendig um nach dem Tod weiterzuleben und im Jenseits existieren zu können. Daraufhin wurde Atahualpa im Juli 1533 (ein genaues Datum lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren) mit der berühmt-berüchtigten Garotte erwürgt.
Nachdem die Spanier den gekrönten Herrscher der Inkas auf so grausame Weise ermordet hatten, ernannten sie Túpac Huallpa (auch Toparpa oder in Quechua-Schreibweise Tupaq Wallpa) zum vierzehnten König der Inka und übergaben ihm die „Maskapaycha“, ein Stirnband der Herrscher über das Inkareich, das die Macht genauso symbolisch verkörperte wie das Zepter bei den europäischen Herrschern. Túpac Hualpa war ein jüngerer Bruder des ermordeten Atahualpa. Der neue Inka-König herrschte allerdings nur für eine sehr kurze Zeit, denn er wurde kurzerhand von einem General der Indios umgebracht. Daraufhin schlug sich Manco Inca auf die Seite der Konquistadoren um Francisco Pizarro und wurde kurz darauf von diesem unter dem Herrschernamen Manco Cápac II. (auf Quechua Manku Qhapaq II. oder Manqu Qhapaq II.)gekrönt. Die Spanier erlaubten Manco Cápac den Titel des Herrschers zu führen, außer diesem besaß der „erste Inka“ allerdings keine weiteren Rechte und schon gar keine Macht über sein eigenes Reich. Die Inkas leisteten daraufhin immer weniger Widerstand und viele der unterworfenen Indios unterstützten Francisco Pizzaro und seine Konquistadoren, weil sie sich davon im Endeffekt mehr Unabhängigkeit versprachen. Am 15.11.1533 erreichte Francisco Pizzaro die Hauptstadt des ehemals so mächtigen Inkareiches und nahm die Stadt ohne nennenswerte Kämpfe fast widerstandslos ein. Mit der Eroberung Cuscos durch die Spanier ging das ehemalige Reich der Inka unter und die Eindringlinge hatten es geschafft, mit einer Handvoll an Männern eine ganze Nation zu unterwerfen und eine jahrhundertealte Kultur zu vernichten.
Posted by A.S. Diaz-Menendez, Chiclayo/ Peru
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Aktualisiert am 15. Februar 2009


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