Freiwilligenprojekt- Kinderheim in Chiclayo

In Peru lebt ein großer Teil der Bevölkerung an der Armutsgrenze und muss mit weniger als einem US Doller am Tag auskommen. Menschen mit einer sozialen Ader sind hier herzlich willkommen und werden auch dringend gebraucht. Vor allem die Kinder leiden unter den schlechten Lebensbedingungen in diesem Entwicklungsland, weshalb die Mitarbeit in einem Kinderheim einen so wichtigen Beitrag zur Förderung der Kinder leistet. Zwischen Pimentel- einem Küstenörtchen mit beliebtem Sandstrand und Chiclayo wurde 1987 das Kinderheim eröffnet. Hier leben zur Zeit 55 Kinder zwischen 3 und 17 Jahren, die entweder verwaist sind, oder deren Familien schwerwiegende Probleme haben. Die meisten Kinder lebten in großer Armut und waren Gewalt, sexuellem Missbrauch, drogen- oder alkoholabhängigen Eltern ausgesetzt, bevor sie hier eine Zuflucht fanden. Wer hier Freiwilligenarbeit leistet, sollte mit traurigen Lebensgeschichten umgehen zu wissen, denn vor allem Kinder die gerade erst im Kinderheim Hilfe gefunden haben, sind oft verhaltensauffällig. Doch gerade hier wird ein offenes Ohr einer/s Freiwilligarbeitenden und jemand, der für die Kinder da ist gebraucht.

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Das Heim besteht aus sieben Häusern in denen jeweils acht Kinder und eine „Mama“ zusammenleben, so dass jedes Kind quasi eine eigene Familie hat. Die „Mamas“ sind Tag und Nacht für die Kinder ansprechbar, kochen und waschen für die Kinder und verlassen das Heim nur zum einkaufen oder zu speziellen Anlässen, denn auch sie wohnen und leben hier.
„Integration“ wird hier groß geschrieben, denn die meisten Kinder hatten keinerlei soziale Kontakte, als sie noch auf der Strasse oder bei ihren isolierten Familien lebten. Deshalb bemüht sich der Direktor sehr, neben der Schulbildung auch für ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm zu sorgen. Als Freiwilligarbeitende/r kann man mit seinen Hobbys hierzu einen Teil beitragen, denn die Kinder freuen sich sehr über Bastelstunden oder Fußballspiele. Hier Freiwilligenarbeit zu leisten, heißt noch tatsächlich den Schwachen zu helfen und trotzdem in sicherer Umgebung zu leben, denn in dieses Kinderheim werden nur bekannte Gesichter eingelassen.

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Sobald sich die Knirpse in einer psychisch stabilen Lage befinden, gehen sie mit den Anderen von 08:00 bis 13:00 Uhr in eine der nahegelegenen Schulen. So können sie nicht nur Freunde im Kinderheim selbst finden, sondern lernen auch andere Kinder und mit ihnen andere Lebensformen kennen. Im Kinderheim arbeiten zwei Lehrerinnen, die diejenigen unterrichten, die neu angekommen sind und noch nicht in eine staatliche Schule gehen können. Die Grundschule verläuft ähnlich wie in Deutschland, diese besucht man im Alter von 6 Jahren bis zum Alter von 10 Jahren, die staatlich anerkannte Lehrerin der Grundschule im Kinderheim unterrichtet zur Zeit vier Schüler und Schülerinnen. Die „Segundo“ besuchen die Kinder im Anschluss an die „Primerio“ (Grundschule), allerdings beenden die Schüler diese im Alter von 16 Jahren und wer mag und kann, darf daraufhin an der Universität studieren. Die hauseigene Lehrerin der „Segundo“ arbeitet derzeit mit fünf Schülern des Heims. In dieser strukturierten Umgebung fällt es Freiwilligarbeitenden aus dem Ausland meist leichter sich an die ärmlichen Lebensverhältnisse zu gewöhnen. Somit ist diese Kinderheim wie geschaffen für einen längeren Aufenthalt für eine Freiwilligenarbeit in Peru.

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Auch der Tagesablauf der Kinder folgt gewissen Strukturen, denn dies ist wichtig um den Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu bieten. Wenn die Kinder um 13 Uhr aus der Schule zurückkommen, essen sie alle in ihren Häusern mit ihren„Familien“ zusammen. Anschließend wartet ein vielfältiges Freizeitprogramm, denn das Heim besitzt einen eignen Basketballplatz, einen großen Spielplatz und einen Kleinbus mit dem alle an den Sonntagen in die nahe Kirche fahren. An den Wochenenden kommen oft Trainer aus der Stadt und bieten verschiedene Sportkurse an. Oft gibt es auch Musikunterricht oder Theaterworkshops, die die Kinder sehr gerne besuchen. Auch Tanzkurse und kleinere Feste stehen immer wieder auf dem Programm.
Als wir das Kinderheim besichtigt haben, stand gerade das Frühlingsfest an, für das die Kinder Tanzstunden erhalten hatten. Am Abend des Frühlingsfests präsentierte jede „Familie“ eine Tanzeinlage entweder im Stil peruanischer Folklore oder in moderner Hip Hop Art zu einem US amerikanischen Chartbreaker. Anschließend trug jeweils ein Familienmitglied der sieben Häuser ein selbstgeschriebenes Gedicht zum Thema „Frühling“ vor. Auch so wird das Selbstbewusstsein der Kinder spielerisch gestärkt und sie erhalten wichtige Einblicke in die peruanische Kultur. Wer hier Freiwilligenarbeit leistet, kann wichtige Entwicklungsschritte vieler Kinder beobachten und auch man selbst lernt hier einiges über die verschiedenen peruanischen Kulturen.

> Freiwilligendienst in Chiclayo

Doch hier wird nicht nur Wert auf soziale Kontakte und kulturelle Bildung gelegt, sondern auch auf eine Aufarbeitung des Erlebten. Die hauseigene Psychologin kümmert sich um jedes einzelne Kind und hilft Ihnen ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Während der Freiwilligenarbeit wird man hier auch als freiwilliger Helfer von professionellem Personal unterstützt, die einem bei Problemen gerne weiterhelfen.
Für die körperliche Gesundheit der Kinder sorgt eine Krankenschwester, die bei kleineren Verletzungen oder harmlosen Erkrankungen den „Müttern“ immer zur Seite steht. Der Direktor erklärte mir, dass normalerweise auch ein Sozialarbeiter im Heim arbeitet, um die Kinder auf das Leben außerhalb des Heims vorzubereiten, doch zur Zeit würde sich kein geeigneter Bewerber finden. Auch auf das leibliche Wohlergehen wird hier geachtet und eine ausgewogene Ernährung ist sehr wichtig, denn viele Kinder sind unterernährt wenn sie im Heim aufgenommen werden. So arbeitet hier eine Ernährungsberaterin, die regelmäßig die Ernährung jedes einzelnen Kindes überprüft und den Kindern und „Müttern“ Ernährungstipps gibt.

Wenn die Kinder nicht gerade auf dem Spielplatz toben oder einen Workshop besuchen, wird den Jugendlichen hier die Möglichkeit geboten, in der Schreinerei handwerklich tätig zu werden. Der Schreiner, der die Möbel des Heims repariert zeigt den älteren Kindern gerne, wie man einen Tisch lackiert oder einen Stuhl baut. Der zwölfjährige „Carlo“ zeigte mir stolz einen halbfertigen Stuhl, für den er gerade mit dem Schreiner zusammen die Stuhlbeine aussägte. Diejenigen Kinder, die sich lieber in der Natur aufhalten, können im Gemüsegarten des Hauses Mais ernten oder Blattsalat anpflanzen. Stolz zeigte mir der Direktor auch den großen Meerschweinchenraum, in dem zur Zeit 26 Meerschweinchen leben, doch mindestens doppelt so viele Platz hätten. Diese sind allerdings nicht zum streicheln gedacht, sondern tragen einen wichtigen Teil zur gesunden Ernährung der Kinder bei. Denn in Peru ist „Cuy“ (Meerschwein) eins der beliebtesten Nationalgerichte.

Wer hier in Peru Freiwilligenarbeit leistet wird diese mit Sicherheit nicht vergessen und die Kinder denen man geholfen hat werden einen auch immer in Erinnerung haben! Denn in diesem Kinderheim lernt man nicht nur eine andere Lebensart kennen, sondern kann durch Freiwilligenarbeit einen wichtigen Teil zur Entwicklung der Kinder beitragen!

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Bianca S. hat während dem Aufenthalt in Peru mehrere Freiwilligenprojekte besucht in denen andere Teilnehmer arbeiten und berichtet hier von ihren Eindrücken.

Aktualisiert am 11. Oktober 2010

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