Kleiner Knigge für Reisen nach Südamerika Teil II:
Grundlegende Reisetipps:
Die Länder Südamerikas sind zumeist ärmere Länder und Sie sollten es unbedingt vermeiden, Ihren europäischen Reichtum offen zur Schau zu stellen und sich nicht allzu auffällig kleiden. Wer seine Designerkleider oder teuren Markenklamotten offen spazieren führt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er Taschendiebe und andere Gauner anlockt. Genauso wenig sollte man mit hohen Trinkgeldern oder mit übertriebenen Geschenken protzen. Man outet sich damit nämlich nicht nur als lohnendes Ziel für Diebe, sondern erzeugt bei den Einheimischen ebenfalls eine zu hohe Erwartungshaltung, die im Endeffekt nur nur schadet. In den letzten Jahren kommt es in vielen Ländern Südamerikas immer mehr zu der beliebten Praxis, von Ausländern ein Vielfaches des Preises zu kassieren, den man ansonsten von Landsleuten verlangt.
Verkneifen sollte man sich evtl. auch das Nachgeben bei bettelnden Kindern, die gerade bei ausländischen Touristen ihr Glück probieren, den im Endeffekt fördern Sie diese Art von Erwerbstätigkeit nur und verhindern damit vielleicht einen normalen Einstieg in ein Berufsleben.
Nachgeben kann man da schon eher bei älteren Menschen, die meistens einfach keine andere Möglichkeit haben, als bettelnd durch die Straßen zu ziehen. Eine Möglichkeit jemanden etwas gutes zu tun, bietet sich zum Beispiel bei fast jedem Restaurantbesuch. Wer es nicht schafft, seine Mahlzeit komplett aufzuessen, läßt sie sich einfach einpacken und nimmt sie mit, denn man findet dafür bestimmt schnell einen Abnehmer.
Wenn Sei zu Gast bei Südamerikanern sind, sollten Sie auf Geldgeschenke uoder überteuerte Mitbringsel verzichten und lieber Freundlichkeit und Interesse an deren Kultur mitbringen. Man wird gegenüber Ihren Lebensgewohnheiten und Ihrem Land ebenfalls sehr interessiert sein und Ihnen viele Fragen stellen. In Lateinamerika empfangen die meisten Menschen Satellitenfernsehen aus den USA und da zumeist mindestens ein entfernter Verwandter in den Vereinigten Staaten lebt, ist man über das dortige Leben informiert oder glaubt dies wenigstens zu kennen. Über Europa und den Gegebenheiten in den einzelnen Ländern wissen aber die wenigsten Bescheid und man findet hier schnell begeisterte Zuhörer, wenn man von zu Hause erzählt. Die meisten Menschen sind sehr erstaunt, wenn Sie erfahren, dass die Lebensumstände in vielen europäischen Ländern denen der USA gleichstehen oder sogar wesentlich besser sein können.
Umweltbewusstsein ist in den Köpfen der meisten Einheimischen noch nicht sehr tief verwurzelt und selbst wenn hier der Müll überall entsorgt wird, kann man in diesem Fall ruhig aus der Reihe tanzen und seinen Abfall nicht einfach in das nächste Gebüsch werfen. Bei der Wahl von Urlaubssouvenirs sollten Sie ebenfalls auf das Washingtoner Artenschutzabkommen achten und keine Artikel kaufen, die aus gefährdeten Tierarten hergestellt wurden. Gleiches gilt natürlich für Funde aus Grabstätten oder andere Antiquitäten. Es gibt in den lateinamerikanischen Ländern auch so eine Vielzahl an Dingen, die sich für ein Urlaubsmitbringsel eignen.
Die in Europa oder den USA typischen Distanzzonen, fallen in den lateinamerikanischen Ländern wesentlich kleiner aus und man scheut den Körperkontakt weniger, was sich schon bei der Begrüßung bemerkbar macht. Selbst bei Männern ist eine Umarmung schon nach wenigen Kontakten üblich, Frauen küssen sich in der Regel zur Begrüßung oder berühren leicht den Arm des Gegenübers. Man sollte diesen Begrüßungen und körperlichen Kontakten eher nicht ausweichen, da dies leicht als Abneigung und damit als Affront ausgelegt werden kann, den man so schnell nicht wieder vergisst.
Wichtig ist in den meisten südamerikanischen Ländern:
Wer in ein Restaurant einlädt sollte auch die komplette Rechnung bezahlen, da getrennte Zahlungen wie bei uns nicht üblich sind. In den meisten Ländern gehört es außerdem zur Regel, dass der Mann grundsätzlich bezahlt, selbst wenn er wesentlich weniger verdient als die Frau.
Termine und Zeitabsprachen werden grundsätzlich etwas lockerer gesehen als in europäischen Ländern und gerade zu privaten Verabredungen am Abend gehört es schon fast zum guten Ton, etwas später zu erscheinen. Hat man jedoch einen geschäftlichen Termin vereinbart, sollte man vor allem als Ausländern unbedingt pünktlich erscheinen. Im Zweifelsfall kann man auch bei privaten Treffen nochmals nachfragen, ob mit der abgesprochenen Zeit auch wirklich „en punto“ gemeint ist.
Aktualisiert am 9. Juli 2008


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