Praktikum im Ausland: Ein Praktikum in Saudi Arabien

Praktikant in einem Ölscheichtum: Extrem schwierig, aber unglaublich interessant

Es gibt kaum einen Ort, wo man ein interessanteres Auslandspraktikum absolvieren kann, als in den Ölscheichtümern der arabischen Halbinsel, wie Saudi Arabien, Kuwait, Abu Dhabi oder Bahrain, sieht man einmal von Südamerika ab. Schließlich vereinen diese arabischen Länder Extreme auf sich: Unendlicher Reichtum auf der einen, vollkommen unterentwickelte Strukturen auf der anderen Seite; modernste Managementmethoden versus mittelalterliche Ansichten; Globalisierung pur, die jedoch jeden Moment in völlig kleinkarierte, für Angehörige westlicher Kulturkreise absolut schockierende Denkweisen umschlagen kann.
Um es vorweg zu sagen: Für Frauen ist es weiterhin schwierig, in moslemischen Kulturkreisen zu arbeiten. Das heißt nicht, dass es nicht möglich wäre, aber Tatsache ist, dass man als Frau nicht damit rechnen kann, als vollwertig anerkannt zu werden. Man kann in seiner Arbeit noch so gut sein, noch so anerkannt werden (und diese Anerkennung wird einem durchaus zuteil, das steht außer Frage): Im Endeffekt ist man in erster Linie Frau, und erst in zweiter Linie angehende Betriebswirtin, Ingenieurin, Übersetzerin oder Architektin.

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Allgemein gilt, dass in der arabischen Welt sehr hart und zielgerichtet gearbeitet wird. Den Umgang mit westlichen Firmen bzw. westlichen Mitarbeitern lernten die Araber im Umgang mit amerikanischen, britischen sowie französischen Ölfirmen; diese Erfahrungen wurden anschließend auf andere Branchen übertragen. Und da in der Ölbranche extrem hohe Gewinne gemacht werden, wird dementsprechend konzentriert zu Werke gegangen, und diese Herangehensweise wird heutzutage in allen Bereichen des Geschäftslebens gefordert. Allerdings ist dies nur im arabisch-westlichen Geschäftsleben der Fall; inter-arabischer Business wird oft noch so abgewickelt wie zu Ururgroßvaters Zeiten. Für den (deutschen) Praktikanten aber gilt: Er kommt aus dem Westen, dementsprechend viel wird von ihm verlangt.
Sehr gute englische Sprachkenntnisse sind übrigens unerlässlich für ein Auslandspraktikum in einer solchen Region, arabisch macht sich zwar ganz gut, ist aber in keinster Weise Voraussetzung. Es kommt natürlich gut bei der Bewerbung auf ein Auslandspraktikum im arabischen Raum, auch ein paar Brocken Arabisch zu sprechen, aber im Geschäftsleben kommt lediglich Englisch zur Anwendung. Ein Auslandspraktikum in einem arabischen Land ist nicht immer ganz einfach, kann aber auch zu einem äußerst interessanten Auslandsaufenthalt werden.

Aktualisiert am 14. April 2009

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