Praktikumsbörse: Praktikumsstellen im Ausland
Ob man sich nun für ein Praktikum im Ausland oder ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland entscheidet, beginnen die ersten Schwierigkeiten meistens schon bei der Bewerbung um eine geeignete Praktikumsstelle im Ausland bzw. einen Platz für das Freiwillige Soziale Jahr. Während man sich für ein Auslandspraktikum lediglich nach der gewünschten Praktikumsstelle umschauen muss, kommt bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr noch die wesentlich aufwendigere Suche nach einer Trägerorganisation hinzu, wenn der Auslandsaufenthalt auch als Freiwilliges Jahr anerkannt werden soll. Sowohl auf Stellen für ein Praktikum im Ausland, als auch auf Stellen anerkannter Trägerorganisationen kommen in der Regel wesentlich mehr Bewerber, als es freie Plätze gibt, zum anderen ist die Kontaktaufnahme zu Arbeitgebern im Ausland oft eine Sache für sich. Möchte man seine Praktikumsstelle im Ausland selber organisieren, besteht der erste Schritt darin, sich erst einmal einen Überblick über die Angebotssituation an Praktikumsstellen im gewünschten Land bzw. der ausgesuchten Stadt zu beschaffen. Auch wenn kleine oder mittelständische Betriebe oft einen hohen Nutzen von Praktikanten haben, vor allem wenn es sich dabei um einen qualifizierten Mitarbeiter handelt, tun sich die meisten Unternehmen sehr schwer, überhaupt Bewerbungsschreiben von potentiellen Praktikanten durchzulesen bzw. Zeit zu investieren und sich ernsthaft mit der Bewerbung zu beschäftigen. Ein Großteil der Schreiben, seien es nun E-Mails oder Briefe wandern daher ungelesen in den (elektronischen) Papierkorb, wenn Sie manchmal überhaupt gelesen werden, dann nur von Mitarbeitern in einem Sekretariat oder Call Center, die in der Beschäftigung mit einem Bewerbungsschreiben oft einen amüsanten Zeitvertreib sehen.
Jeder, der sich einmal auf eine Praktikumsstelle im Ausland bewirbt, wird diese leidvolle Erfahrung machen und von der sehr niedrigen Rücklaufquote enttäuscht werden, wenn es denn überhaupt zu einer Antwort kommt. Selbst wenn die Bewerbung zum Entscheidungsträger gelangt, sind diese oft zeitlich so eingespannt, dass sie keineswegs Lust haben, sich noch mit dem Anliegen eines ausländischen Bewerbers zu beschäftigen oder es fehlen sprachliche Fähigkeiten, wenn das Schreiben sogar nur in Englisch verfasst ist und das Auslandspraktikum in einem Land mit einer anderen Muttersprache absolviert werden soll. Zusätzlich zu diesen Schwachpunkten einer Initiativbewerbung auf Praktikumsstellen, die fast alle auch bei einem Praktikum im Inland auftreten können, kommt bei Bewerbungen auf Praktikumsstellen im Ausland noch ein weiterer wesentlicher Faktor hinzu. Selbst wenn die Unterlagen so knapp wie möglich gehalten sind, entstehen bei einem Postversand ins Ausland, vor allem wenn die Praktikumsstelle in einem weiter entfernten Land, beispielsweise bei einem Praktikumsplatz in Südamerika, Australien, Neuseeland, China oder den USA liegt, wesentlich höhere Portokosten. Entscheidet man sich für ein Praktikum in Südamerika oder Asien kommt noch der unsichere Postweg hinzu, der sich, wenn überhaupt, nur durch noch teurere Expresssendungen vermeiden lässt. Es ist keine Seltenheit, dass eine Postsendung nach Peru, Brasilien oder Argentinien mehrere Monate in einem Zolllager liegt, bevor Sie unter Umständen ganz verschwindet oder der Adressat eine Mitteilung bekommt, dass er die Postsendung persönlich abholen muss. Nutzt man einen der zuverlässigeren Dienste mit Zustellbenachrichtigung und Sendeverfolgung von Unternehmen wie United Parcel Service zahlt man für ein einzelnes DIN A4 Blatt im Kuvertumschlag teilweise 50 bis 60 Euro, soll der Brief nach Ecuador, Peru oder in ein anderes südamerikanisches Land gelangen.
Alles in allem ist eine Eigenbewerbung auf eine Praktikumsstelle im Ausland eine langwierige und kostenintensive Angelegenheit, die in den meisten Fällen nicht von Erfolg gekrönt sein wird. Abhilfe schaffen hier nur professionelle Anbieter, von denen es unzählige auf dem Markt gibt. Neben einigen institutionellen oder sogar halböffentlichen Organisationen gibt es eine ganze Reihe an privaten Anbietern, die Praktikumsstellen im Ausland offerieren, wobei es hier umso wichtiger ist, die Angebote genauestens zu vergleichen. Manche dieser Praktikumsbörsen entpuppen sich allzu schnell als Kostenfallen, vor allem wenn horrende Preise für Unterkunft und Sprachkurse verlangt werden und es keine Langzeitangebote gibt. Ein wesentliches Kriterium zur Entscheidungsfindung können eben diese Langzeitangebote sein, da viele private Anbieter, die lediglich Dienste ausländischer Agenturen anbieten, meisten nur in der Lage sind, die gleichen Preise pro Woche zu nehmen. Ein Sprachkurs mit Einzelunterricht kostet dann eben 250 Euro in einer australischen Universitätsstadt, die Unterkunft 150 Euro pro Woche und die Vermittlung der Praktikumsstelle wird mit einem Betrag zwischen 300 und 500 Euro berechnet. Anbieter die eigene Programme zur Verfügung stellen, haben in der Regel für Ihre verschiedenen Zielländer differenzierte Angebote und stellen für Studenten und Teilnehmer, die an einem längerfristigen Auslandsaufenthalt oder sogar einem kompletten Auslandsjahr interessiert sind, wesentlich günstigere Konditionen zur Verfügung. Wichtig ist auf jeden Fall ein objektiver Vergleich der Kostenstruktur und natürlich der angebotenen Praktikumsstellen im Ausland.
Aktualisiert am 30. März 2009


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