Reiseforum Bolivien: Die Geschichte Boliviens

Vor über 21.000 Jahren tauchten in der Gegend des heutigen Boliviens die ersten Menschen und Kulturen auf. Wichtige Kulturen waren die Stämme der „Chiripa“ und „Wankarani“, die eine wichtige Rolle in der frühen Kultur Boliviens spielten. Seit dem siebten Jahrhundert entstand die „Tiahuanaco“ Kultur, die sich in der Hochebene Boliviens ansiedelte und bis zur Ausbreitung des Inkareiches in Südamerika (die Inka herrschten zwischen dem 8. und 16. Jahrhundert auf dem lateinamerikanischen Kontinent) andauerte. Mit der Besiedelung durch die Inka und der Aufnahme des bolivianischen Hochlandes in deren Reich, wurde Bolivien unter dem Namen „Collasuyo“ bekannt.

Im Jahr 1535 kam schließlich der spanische Eroberer „Diego de Almagro“ zum Titicacasee und zum Tal von „La Paz“ (damals war dieses Tal auch als das „hohe Peru“ bekannt) und gründete dort die Städte „Paira“ und „Tupiza“. Nach einigen Jahren wurden auch „Sucre“, „Potosi“ und „La Paz“ gegründet.

Aufgrund der Entdeckung einiger Gold- und Silberminen, vor allem der berühmten Mine von „Potosi“ (im Jahr 1545 von „Diego Hallpa“ entdeckt) erwachte das Interesse der Spanier, nach „Potosi“ bzw. nach Bolivien auszuwandern und die bolivianische Region von „Potosi“ wurde schnell die bevölkerungsreichste Region ganz Südamerikas. Der Bergbau in den Minen von Bolivien rief damals den Wohlstand ganz Boliviens hervor und machte die spanischen Entdecker reich und mächtig. Der spanische König „Carlos I“ bezeichnete „Potosi“ sogar als die „imperiale Villa“. Bolivien war damals das Zentrum der Entwicklung des Vizekönigreiches in Südamerika und das Land wurde zum größten Exporteur von Silber auf der ganzen Welt. „Potosi“ war dabei das Zentrum der Ausbeutung durch die spanischen Konquistadoren.

Im Jahr 1599 wurde Bolivien schließlich vom Vizekönigreich Perus getrennt. Doch bereits ein paar Jahre später (1776), ging das Land in das Vizekönigreich von „Rio de la Plata“ über. In den folgenden Unabhängigkeitskämpfen der südamerikanischen Länder war Bolivien eine der ersten Regionen, die sich gegen die eingewanderten Spanier erhob und mit die verlustreichsten Kämpfe bestritt. „Los Catari de Chayanta“ waren die ersten Indigenen Einwohner Lateinamerikas, die sich gegen die Ausbeutung der Indios in den Minen stellten und anfingen gegen die Spanier zu protestieren. Nach ihren Hinrichtungen tauchten in den Jahren 1780 und 1781 andere revolutionären Gruppen auf, deren Anführer „Tupac Amaru II“ in Cusco und „Julian Apaza“ in Bolivien waren. 1809 gab es einige weitere Revolutionen, wie die von „Chuquisaca“, die Revolution von La Paz oder die Revolution von „Cochabamba“, die aber auch keinen großen Erfolg erzielen konnten.

Mit der Ankunft von Simon Bolivar wurden die ersten richtigen Schläge gegen die Unterdrücker vorbereitet und der Unabhängigkeitskrieg schien erfolgreicher für die Indios zu werden. Mit dem Sieg bei der „Schlacht von Ayacucho“ am 6. August des Jahres 1825 wurden die Bolivianer endgültig unabhängig von Spanien.

Nach der erreichten Unabhängigkeit Boliviens, hatte es das Land nicht leicht im eigenen Territorium Frieden zu halten. Viele politische Probleme und eine große Unstabilität waren die ersten Folgen nach der Proklamation der Unabhängigkeit von Bolivien. Doch in den Jahren 1829 bis 1839 unter der Regierung von „Marschall Andres de Santa Cruz“ in Bolivien verbesserte sich die wirtschaftliche Lage des Landes deutlich und es schien alles gut für das Land zu laufen. Bolivien gründete damals seine erste Universität, den Hafen an der pazifischen Küste, seine erste Bank und setze viele moderne Gesetze um, die das Land auf einen besseren Weg führen und ökonomische Stabilität garantieren sollten.

Im Jahr 1879 bis 1883 brach dann der „pazifische Krieg gegen Chile aus. Chile hatte damals eine bessere Lage und großes Interesse an Guano und Salpeter, die sich auf den Territorien von Bolivien und Peru befanden und obwohl Peru und Bolivien zusammen in einer Union kämpften, besiegt Chile die beiden Nachbarstaaten. Bolivien verlor dabei seinen Zugang zum Meer und circa 120.000 km2 Landfläche. Auch für Peru hatte der Peruanisch-Bolivianische Konföderationskrieg gegen das Nachbarland Chile negative Folgen, denn Chile verleibte sich die peruanischen Städte „Tarapaca“ und „Arica“ ein.

1880 wurde in Bolivien mit der damals konservativen Regierung von „Narciso Campero“ eine demokratische Zeit eingeläutet. 1899 übernahm die liberalistische Partei geführt von „Jose Manuel Pando“ die Führung über das Land bis zum Jahr 1947, in dem wieder die Konservativen das Ruder übernahmen. Ausgelöst durch viele weitere konservative Regierungen in Südamerika und ein soziales Ungleichgewicht, gab es in den darauf folgenden Jahren eine ganze Reihe weiterer Revolutionen. Die wichtigste unter ihnen war natürlich die von „Ernesto Che Guevara“ geprägte und teilweise geführte Revolution. Diese Bewegung war gegen die militärische Regierung von „Rene Barrientos“ gerichtet, die es erlaubt hatte, dass ausländische Industriebetriebe wieder Zinnminen im Land eröffneten. „El Che Guevara“ wurde im Oktober Jahr 1967 festgenommen und kurz danach hingerichtet.

In den nächsten Jahren erlebte Bolivien eine sehr unstabile Zeit mit vielen politischen Unruhen. Erst 1982 mit der Erhebung „Ernan Siles Suazos“ zum Präsidenten Boliviens wurde die Lage besser. Seine Regierung brachte weitere wichtige neue Reformen zustande, die eine zwar lange aber fruchtbare Zeit von Strukturwandlung und Erholung der ökonomischen Lage von Bolivien einläutete. Im Jahr 2006 übernahm schließlich „Evo Morales“ die Präsidenschaft Boliviens. Obwohl in Bolivien mehr als die Hälfte der Einwohner indigener Herkunft sind, ist „Evo Morales“ eigentlich der erste indianische Präsident in seinem Land und der erste, der von einer Mehrheit von 54% der Bevölkerung gewählt wurde.
Posted by J.A. Fernández

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Aktualisiert am 28. Februar 2009

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