Reiseforum Peru: Die Bevölkerung Perus

Die Andenrepublik Peru gehört zu den ärmeren Staaten Südamerikas und ist neben Ländern wie Bolivien und Guatemala, einer der Staaten mit einer überwiegend indigenen Bevölkerung.
Die niedrigen Lebenshaltungskosten in Peru sind natürlich vorteilhaft, wenn man einen Auslandsaufenthalt oder ein Praktikum in Peru absolvieren möchte, gleichzeitig bietet sich hier mit einem verantwortungsbewussten Tourismus die Möglichkeit, den Menschen dieses Landes zu helfen und die Wirtschaft zu unterstützen.
Die Indios in Peru sind hauptsächlich Nachfahren der Inka, die bis zum 15.Jahrhundert in fast ganz Südamerika herrschten und in der peruanischen Stadt Cusco ihre Hauptstadt errichteten. Rund 30 Prozent der peruanischen Einwohner sind Mestizen (Mischlinge zwischen weißen Einwanderern und Indios) und etwa 12 Prozent Weiße. Neben diesen drei vorherrschenden Gruppen leben auch einige Schwarzafrikaner und viele Asiaten im Land. Gerade aus Japan gab es einige Einwanderungswellen während der Amtszeit des peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori, der ursprünglich aus Japan stammte. Nach einer statistischen Erhebung aus dem Jahre 1999 wohnen ungefähr 72 Prozent der Einwohner Perus in Städten, wobei es in den letzten Jahren eine regelrechte Landflucht gegeben hat. Die Entwicklung hat zu einigen Problemen in den Vorbezirken verschiedener Großstädte geführt, da sich beispielsweise in Lima ständig neue illegale Siedlungen am Rande der Stadt gründen. Meistens werden diese illegalen Ortschaften nach einiger Zeit und durch den Protest der Bevölkerung anerkannt.

Die Lebenserwartung der Peruaner hat sich in den letzten Jahren aufgrund des Fortschritts bei der Versorgung der Bevölkerung erhöht und liegt mittlerweile sogar bei 70,3 Jahren (ermittelt im Jahre 2001). Trotzdem gibt es sehr viele Menschen, die unter der Armutsgrenze leben und die Infrastruktur ist in vielen Regionen nicht ausreichend. Der Altersdurchschnitt ist relativ gering und über 40 Prozent der peruanischen Bevölkerung ist unter 15 Jahren. Dieses sehr junge Durchschnittsalter wird zum einen durch eine hohe Geburtenrate aber auch durch ein nicht allzu hohes durchschnittliches Endalter der Menschen erreicht. Aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung und einem fehlenden öffentlichem Gesundheitssystem sterben immer noch viele ärmere Menschen an heilbaren oder einfachen Erkrankungen wie Grippe, Blinddarmentzündung oder anderen eher harmlosen Krankheiten. Gerade in den ländlichen Gegenden fehlt eine flächendeckende medizinische Versorgung und es gibt ebenfalls nicht genügend Ärzte und Krankenhäuser in vielen Regionen.

Peru hat eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, die nach inoffziellen Schätzungen fast 50 Prozent (gemessen an der arbeitsfähigen Bevölkerung) erreicht. Da es in Peru fast keine staatlichen Sicherungssystem und damit natürlich auch keine Arbeitslosenversicherung gibt, ist diese hohe Anzahl an erwerbsuntätigen Personen sehr schlimm für viele Kinder und ältere Menschen.

„Soziale Brennpunkte“ im Land sind also zum einen die vielen ländlichen Regionen, in denen es eine ungenügende Infrastruktur und zuwenig flächendeckende medizinische Versorgung gibt und zum anderen die Randbezirke der Großstädte, allen voran die Hauptstadt Lima, in denen die meisten Menschen in den Zuwanderervierteln in großer Armut leben. Die Landflucht hat ebenfalls eine ganze Reihe sozialer Probleme hervorgerufen, da sich die Einwanderer in ihrer Kultur und in ihren Lebensgewohnheiten stark von der etablierten, hauptsächlich eher weißen Bevölkerung unterscheiden. En großer Teil der indigenen Einwohner in Lima lebt daher weit unter der Armutsgrenze und hat mit vielen Problemen zu kämpfen.

Die kulturelle Vielfalt und die vielen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen (Peru wird dabei nur noch von Bolivien übertroffen) machen einen Auslandsaufenthalt oder ein Praktikum in Peru natürlich sehr interessant. Die überwiegend indigene Bevölkerung in der Andenregion Perus, die man beispielsweise während einem Auslandspraktikum in Cusco kennen lernen wird, hat sich ihre alten Traditionen und Lebensweisen erhalten und bietet mit ihren typischen Trachten einen ganz anderen Anblick als beispielsweise die eher westlich orientierte Bevölkerung an der Küste. Im Regenwald Perus leben vielzählige unterschiedliche Kulturen und in der Nähe zu Ecuador gibt es sogar noch ca. 15 Indiogruppen, die bisher nicht mit der Außenwelt in Kontakt getreten sind.

Die Unterschiede in der Bevölkerung des Landes und die Reize dieser verschiedenen Kulturen sind ein weiterer Grund, sich bei einem Auslandspraktikum für einen Praktikumsplatz in Peru zu entscheiden.

Aktualisiert am 28. Februar 2009

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