Reiseforum Südamerika: Der Titicacasee in Peru und Bolivien
Der Titicacasee ist einer der geheimvollsten und schönsten Plätze ganz Südamerikas. Er hat eine Fläche von 8.562 km2, damit ist der Titicacasee der größte und einer der höchstgelegenen Seen Lateinamerikas (3.810 m über dem Meeresspiegel) sowie gleichzeitig der höchstgelegene schiffbare See der ganzen Welt. Der Titicacasee liegt im westlichen Teil von Peru und an der östlichen Seite von Bolivien. Von der gesamten Seefläche gehören 30% zu Bolivien und 70 % zu Peru, wobei der See keinerlei Verbindung zum Meer, weder zum Pazifik noch zur atlantischen See hat.
Am Ufer des Sees befindet sich die peruanische Stadt „Puno“, mit über 60 000 Einwohnern. Früher haben die Einwohner der Stadt ihren Lebensunterhalt von der Landwirtschaft und dem Fischfang verdient, denn der Titicacasee beheimatet zahlreiche Arten von Fischen, wie den „Carachi“, den „Ispi“ oder den „Boga“. Bedingt durch die zahlreichen Fischvorkommen gibt es unzählige „Caballitos de Totora“ (die typischen kleinen Fischerboote auf dem Titicaca), die von den Einwohnern jeden Tag als Verkehrsmittel und zum Fischen genutzt werden.
Heutzutage leben viele Einwohner der Region nicht nur von der Landwirtschaft oder dem Fischfang sondern auch vom Tourismus, der eine wichtige Einnahmequelle geworden ist oder vom traditionellen Handwerk.

Bekannt ist der Titicacasee vor allem wegen den berühmten schwimmenden Inseln der „Uro“, wie beispielsweise den Inseln von
„Paraiso“, „Tribuna“, „Collana“, „Uro Chiquitos“, „Tronani“ und „Blasero“, auf denen insgesamt über 146 Familien der „Uros“ leben.
Das Leben der „Uros“ auf den Inseln begann in der Inkazeit, als die „Uros“ sich vor den Inkas und anderen aggressiven Nachbarvölker bedroht fühlten und sich mitten auf dem See versteckten bzw. zurückzogen. Die „schwimmenden Inseln“ waren also seit jeher von den Inka, aber auch von den spanischen Eroberern unabhängig, was bei den Einwohnern, den „Uros“, ein eigenes „Nationalitätsgefühl“ entstehen ließ. Die Einwohner der Inseln auf diesem mysteriösen See waren stolz auf ihre eigene Identität und lebten ihr Leben weitgehend abgeschirmt von der Außenwelt, wodurch man dort auch heute noch ursprüngliche und traditionelle Lebensweisen vorfindet.
Heute verfügen die Inseln zwar über einige technologische Geräte und es gibt teilweise Radio und Fernsehen, die Kinder haben heute die Möglichkeit die Schule zu besuchen und es gibt sowohl kleinere Verkaufsläden und Restaurants, Unterkunftsmöglichkeiten und Herbergen, usw., die aber eigentlich alle nur für den Tourismus aufgebaut wurden. Wer heute an einer Südamerika-Rundreise teilnimmt, sollte unbedingt darauf achten, dass die Rundreise auch am Titicacasee vorbeiführt, da nicht nur die Kultur der „schwimmenden Inseln“, sondern auch die landschaftliche Schönheit der Gegend einen Besuch lohnen. Eine der berühmtesten Insel des Titicacasees ist die „Taquile“-Insel, die zum Gebiet von Peru gehört und über 5 km lang und über 1 Kilometer breit ist. „Taquile“ liegt 264 m über der Seeoberfläche und beheimatet heute etwa 1600 Personen, die vor allem wegen des Strickens der Männer berühmt ist. „Die Insel der strickenden Männer“ ist ebenfalls eine der vielen Attraktionen des Titicacasees.
Die Insel und ihre Einwohner halten noch immer an ihren traditionellen Gewohnheiten und Bräuchen fest. Zahlreiche traditionelle Riten und Feste werden von den Einwohnern „Taquiles“ heute noch zelebriert und auch die Religion ist auf der Insel sehr lebendig. Einige Feste, wie der „Dia de la Candelaria“, die „Fiesta La Santa Cruz“ oder die „Fiesta Santiago de Apostol“ sind nur einige Beispiele. Das Fest „Santiago de Apostol“ ist einer der größten und wichtigsten Feste der Insel, das jedes Jahr im Juli bis zum 5. August stattfindet und dadurch zelebriert wird, dass die Einwohner jeden Tag mit bunten und auffälligen Kostümen ausdauert auf den Straßen tanzen.
Über den Titicacasee sind viele Mythen und Geschichte entstanden, von denen die berühmteste wohl die Geschichte ist, die über die Gründung des Inkareiches erzähl. Gemäß der Sage der Inkas, habe der Gott „Wiracocha“ seine Kinder aus dem Titicacasse auf eine Insel gesetzt. Die Kinder „Manco Capac“ und „Mama Ocllo“ hatten einen Stab aus Gold und sollten diese Stäbe in die Erde stoßen. Da wo die Stäbe fest stecken bleiben würden, sollten sie bleiben und das Volk der Inka mit Gerechtigkeit regieren. Eine andere Sage erzählt auch, dass nach der Eroberung des Inkareiches durch die Spanier der Goldschatz der Sonneninsel von den Indios des Titicacasees versteckt wurde. Selbst heutzutage suchen jährlich noch hunderte Glücksritter und Abenteurer nach dem berühmten Goldschatz der Inka, doch bisher haben die Menschen trotz vieler Versuche nichts gefunden, mit einer Ausnahme, nämlich einem phantastischen Unterwasserleben im Titicacasee.
Posted by J.A. Fernández
Entdecken Sie die Wunder und Sehenswürdigkeiten des südamerikanischen Kontinents auf einer Sprach-Rundreise oder während einem Auslandspraktikum in Peru.
Aktualisiert am 28. Februar 2009


Letzt Kommentare