Sehenswürdigkeiten rund um Chiclayo und Lambayeque – die Königreiche im Norden
Der Norden Perus ist wirklich reich an spektakulären archäologischen Sehenswürdigkeiten und bietet dabei gleichfalls eine atemberaubende Landschaft abseits von „ausgetretenen Touristenpfaden“. Zwischen der Pazifikküste mit ihren palmengesäumten Sandstränden und den fischreichsten Gewässern der Welt, dem spektakulären Amazonasbecken mit seinen exotischen und schier undurchdringlichen Regenwäldern finden sich bizarre Wüstenlandschaften mit blühenden Oasen, Ausläufer und Teile der Andenkordilleren, tropische Nebelwälder und viele weitere Microklimen in denen man die Überreste von wirklich bedeutenden und mysteriösen Vor-Inkakulturen bestaunen kann.
Ausgehend von Chiclayo und Lambayeque mit den beiden berühmten Museen und der Mumie des „Senor de Sipan“, kann man im Norden des Andenstaates auf eine wirklich fantastische Entdeckungsreise durch die Vergangenheit gehen. Die bedeutendsten dieser präinkaischen Kulturen sind die Moche oder Mochika, die Lambayeque-Kultur, die Chimu und die geheimnisumwitterten Chachapoyas, bei denen immer noch vollkommen unklar ist, woher sie eigentlich stammen. Die Ruinen dieser großartigen Kulturen, wie beispielsweise ausgedehnte Festungsanlagen und Pyramidenkomplexe, Kultstätten und Grabanlagen findet man heutzutage in großer Vielfalt in der Umgebung der großen Städte im Norden Perus, wie Chiclayo, Trujillo, Cajamarca oder Chachapoyas.
Spanisch Sprachkurse in Chiclayo
Ein paar Kilometer südöstlich von Chiclayo in der Nähe des Dorfes von Sipan kann man die gleichnamigen Grabstätten von Sipan in Form von zwei gewaltigen Adobepyramiden und die „Huaca Rajada“ mit Gräbern aus der Zeit der Mochica besichtigen. Der deutsche Geschäftsmann Heinrich Brünning entdeckte die Pyramiden 1917 neu, fotografierte sie erstmals und gab anschließend dem berühmten Museum in Lambayeque seinen Namen. 1987 machte man in Sipan einen weiteren spektakulären Fund, als man das Grab eines mächtigen Mochica-Herrschers entdeckte, was damals eine archäologische Sensation war. Ein Jahr darauf folgte der zweite spektakuläre Fund mit einem weiteren Herschergrab und in den darauffolgenden Jahren wurden ähnlich wie im Tal der Könige in Ägypten, immer wieder neue unversehrte Gräber von hochgestellten Persönlichkeiten mit wertvollsten Grabbeigaben freigelegt. Viele der Grabbeigaben findet man heute im zweiten wichtigen Museum des Städtchens Lambayeque, dem „Museo Tumbas Reales de Sipan“ direkt neben Chiclayo.
Etwa 35 Kilometer in der anderen Richtung von Chiclayo liegt das geheimnisvolle Tal der Pyramiden von Túcume, dass maßgeblich durch den norwegischen Forscher Dr.Thor Heyerdahl zu erneutem öffentlichem Interesse gelangte. Dieser vermutete hier das Zentrum einer uralten maritimen Hochkultur und ließ einige der Pyramiden freilegen. Heute zählt man 26 Pyramiden mit der „Huaca Larga“, dem größten Adobe-Bauwerk der Welt. Im Tal der Pyramiden von Tucume fand man einige Jahre nach der Wiederentdeckung übrigens das Grab eines Herrschers, der mysteriöserweise fast genauso wie ein typischer Häuptling auf den Osterinseln gekleidet war und die selben durch Holzpflöcke veränderte Ohren aufwies sowie für einen Fund in Peru unglaublich lange Haare hatte. Neben diesen vielen Gemeinsamkeiten, die auf eine bis heute unbekannte Verbindung der Einwohner von Tucume und den Osterinseln hindeuten, ist die Form des genutzten Paddels. Diese Form gibt es weltweit nämlich nur auf den Osterinseln und eben hier in Peru.
Soziale Arbeit und Freiwilligendienste in Chiclayo
Wer durch den Besuch der vielen Museen und Ausgrabungsstätten in unmittelbarer Nähe von Chiclayo seinen archäologischen Hunger nicht stillen konnte, braucht nur mit dem nächsten Autobus nach Trujillo zu fahren. Dort locken beispielsweise die Ruinen von „Chan Chan“, der einst so mächtigen Hauptstadt des Chimu-Reiches. Die gewaltige Stadt war
damals die wahrscheinlich Größte in ganz Südamerika und eine der größten der Welt, die rein aus Lehm erbaut wurde. Die gewaltige heutige Ruinenstadt war damals so gut geschützt, dass die Inka sie auch nach vielen Versuchen nicht einnehmen konnten und schließlich einen ganzen Fluss umleiten mussten, um die Bewohner in die Knie zu zwingen. „Chan Chan“ gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe, steht leider aber auch auf der Liste der stark gefährdeten Kulturstätten.
Ebenfalls bei Trujillo befinden sich zwei weitere geheimnisvolle Pyramiden, die „Huaca de la Luna“, die Mondpyramide oder auch Tempel des Mondes und die „Huaca del Sol“, die Sonnenpyramide oder Tempel der Sonne. Die Huaca del Sol ist das größte massive Bauwerk des kontinentalen Amerikas und beide Pyramiden bergen heute noch viele Geheimnisse, die noch nicht gelüftet werden konnten. Weitere Informationen zu den beiden Pyramiden finden Sie hier.
Wer lieber in der näheren Umgebung von Chiclayo bleiben und nicht allzu lange Busfahrten in Kauf nehmen möchte, findet natürlich überall weitere kleinere präkolombianische Ruinen und Heiligtümer, von den viele einen Besuch wert sind, aber unmöglich aufgezählt werden können. Peru ist sehr reich an archäologischen Stätten und Nordperu geht hier mit leuchtendem Beispiel voran.
Etwas mehr Zeit braucht man beispielsweise für den Besuch der zweitwichtigsten archäologischen Sehenswürdigkeit nach Machu Picchu, den Ruinen von Kuelap. Diese gigantische Ruinenstadt liegt einige Kilometer von Chachapoyas entfernt und eignet sich beispielsweise für einen Ausflug über ein verlängertes Wochenende. Kuelap liegt auf über 3000 Metern Höhe und wurde von den Spaniern weder entdeckt noch erobert. Die eigentliche Herkunft der Chachapoya, auch Wolkenkrieger genannt ist übrigens bis heute umstritten. Fest steht nur, dass die hellhäutige Hochlandkultur den erbittertsten Widerstand gegen die brutale Herrschaft der Inka leisteten und letztendlich nie ganz besiegt werden konnten.
Wer sich für ein Praktikum in Peru und einen Aufenthalt in Chiclayo entscheidet, findet also mit Sicherheit viele lohnende Ausflugsziele.
Aktualisiert am 2. August 2010


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