Vielleicht gibt es auch andere Eltern, denen es so ergangen ist, wie meinem Mann und mir. Von unserem ältesten Sohn gingen in Französisch die Noten immer mehr nach unten. Sollte er im Gymnasium scheitern, weil er mit Fremdsprachen auf Kriegsfuß steht? In Gesprächen mit ihm versuchten wir herauszufinden an was es lag, dass er in Französisch einen derartigen Hänger in den Zensuren hatte. Immer wieder brachte unser Ältester vor, dass das Fach zu trocken ist und der Lehrer die Sprache nur sehr trocken nach Schema F vermittelt. Mein Mann hatte die Idee unseren Sohn auf eine Sprachreise zu schicken. Ich war von Anfang an sehr skeptisch. Zum einen sah ich die Kosten für die dreiwöchige Sprachreise und zum anderen hatte ich erhebliche Zweifel, ob meinem Sohn das gefallen würde. Außerdem sollte für ihn in den Sommerferien der Spaß nicht zu kurz kommen. Mehrere Wochen recherchierten mein Mann und ich nach einem seriösen Anbieter von Sprachreisen. Was wir dabei lernten: Es gibt viele langjährige Veranstalter von Sprachreisen denen man seine Kinder anvertrauen kann. Leider tummeln sich auch schwarze Schafe auf diesem Markt. Oft sind weniger seriöse Anbieter von Sprachreisen an den Dumpingpreisen zu erkennen. Ein weiterer Anhaltspunkt ist auch das Informationsmaterial: Ein seriöser Anbieter einer Sprachreise bietet detaillierte Auskünfte und steht auch für telefonische Rückfragen bereit. Wir buchten drei Wochen Korsika als Sprachreise für unseren Sohn. Billig war das Ganze wirklich nicht, doch der Veranstalter war renommiert und überzeugte uns mit seinem Beratungsservice. Mit einem eher mulmigen Gefühl verabschiedete ich unseren Ältesten auf die Sprachreise. Als er sich erst nach einer Woche mit dem Handy von Korsika aus meldete, wussten wir, dass alles gut war. Bei dieser Sprachreise wurde den Jugendlichen einiges geboten: Sightseeing, sportliche Aktivitäten und Wanderungen im Inneren der Insel. Trotzdem kam der Sprachunterricht nicht zu kurz. In kleinen Gruppen fand zu festgelegten Zeiten an jeden Tag ein Unterricht statt. Hier zeigten erfahrene Lehrkräfte den Teilnehmern auch ihre Defizite auf. Was eine Schule nicht kann: Das Gelernte konnten die Schüler bei der Sprachreise sofort in die Praxis umsetzen. So wurde die Freizeit sinnvoll mit dem Unterricht kombiniert. Alleine oder in Kleingruppen hatten die Teilnehmer an der Sprachreise bestimmte Aufgaben zu erledigen. So konnten sie ihre Sprachkenntnisse beispielsweise beim Einkauf auf dem Wochenmarkt unter Beweis stellen. Unserem Sohn gab die Sprachreise einen ungeheueren Motivationsschub. Er hat seit der Sprachreise viel mehr Selbstvertrauen in seine sprachlichen Fähigkeiten und bemüht sich im Französischunterrricht in der Schule wieder mehr. Das Ergebnis: Seine Noten verbesserten sich schlagartig.
Ich kann allen Eltern und Schülern nur empfehlen, eine Sprachreise in den Ferien einzuplanen.
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